Rot a. d. Rot
Serpentinen stoßen auf Kritik

Für Kopfschütteln, für Unmut, mindestens aber für reichlich Gesprächsstoff sorgt eine Baumaßnahme in der Ortsmitte von Rot an der Rot. Es wurde ein sogenannter Rampengarten angelegt, der den Senioren einen direkten Zugang vom neuen Pflegeheim herunter Richtung Kirche ermöglichen soll. Im Rohbau zeigt sich massiv viel Beton, der sich serpentinenartig nach oben windet. Bürgermeister Robert Balle versucht zu beruhigen: Wenn das Ganze erstmal eingegrünt sei, werde eine «sehr, sehr schöne Anlage» daraus.

An der Genialität des planerischen Entwurfs hegen manche in Rot und Umgebung indes leise Zweifel, andere zeigen sich zuversichtlicher. Eine sündteure «Murmelbahn» habe man erstellt, spotten die einen, während andere auf den weiteren Fortgang der Arbeiten hoffen. «Nur Kinder und Narren regen sich über Unfertiges auf», kommentierte eine Passantin die ihres Erachtens vorschnelle Kritik. «Sie finden wohl selten jemand, ders schön findet», meinte hingegen eine andere Roterin, die merklich das Gesicht verzog, als sie von der MZ befragt wurde.

Im Gemeinderat der 4400-Einwohner-Gemeinde, der das Ganze im Februar dieses Jahres bei einigen Gegenstimmen abgesegnet hatte, überkommen den einen oder anderen auch schon leise Bedenken ob des eigenen Beschlusses.

«Mir gefällt das überhaupt nicht», soll ein Ratsmitglied in der jüngsten Sitzung vergangene Woche geschimpft haben und einer seiner Kollegen meinte, vielleicht hätte man sich vor dem Beschluss von den Planern ja eine wirklichkeitsnähere Darstellung präsentieren lassen sollen.

Den Bürgermeister ficht solcher Zweifel bisher nicht an, im Gegenteil: Mit dem Büro Freiraumplanung Sigmund in Grafenberg habe man auch in der Vergangenheit nur die besten Erfahrungen gemacht, betonte Robert Balle auf Nachfrage. Im Grunde sehe man jetzt nur einen «Rohbau». Wenn erst die weiteren zugesicherten Fördermittel im Rahmen des Landessanierungsprogramms fließen, könne man im nächsten Jahr so viele und schöne große Pflanzen anbringen, «dass man von dem Betonwerk nicht mehr viel sieht».

Blütenstreifen werden angelegt

«In diesem Rampengarten werden Blütenstreifen angelegt, in denen neben niedrigeren Sträuchern Blumen wie Rosen und Lavendel angepflanzt werden», hatte es noch im Protokoll der Gemeinderatssitzung vom Februar geheißen. Das Planungsbüro drückt es noch etwas eleganter aus: «Die kugelgestrahlten Betonmauern werden mit Blühaspekten in verschiedenen Farben begrünt.» Die Notwendigkeit, den wuchtigen Beton möglichst zu kaschieren beziehungsweise hinter Bepflanzung verschwinden zu lassen, bestreitet ernsthaft niemand.

Die grundsätzliche Erfordernis eines solch aufwendigen Betonabgangs wird von manchem auch in Frage gestellt, zumal es eine Verbindung übers zweite Roter Ortstor gebe. Gleichwie: Fertiggestellt sein soll der neue Weg im Herbst des nächsten Jahres. Dann, so verspricht Bürgermeister Balle, sehe es anders aus: «Da werden Sie von dem Mauerwerk nicht mehr viel sehen.»

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