«Sensationelle Begabung»

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Von Volker Geyer
| Memmingen Wer schon einmal eine Lesung der beiden miterlebt hat, weiß, dass Volker Klüpfel und Michael Kobr offenbar nichts lieber tun, als sich gegenseitig auf den Arm zu nehmen. Das war - zur Freude der Zuhörer - am Samstagabend im Rathaus bei der Verleihung des Memminger Kulturpreises an das erfolgreiche Autoren-Duo freilich nicht anders.

Nachdem sich die beiden Erfinder des Allgäuer Kommissars Kluftinger artig bei der Jury und dem Memminger Einzelhandel, der den mit 4000 Euro dotierten Kulturpreis stiftet, sowie bei allen, die sie in ihrem Schaffen unterstützen, bedankt hatten, gings ans Eingemachte. Sie dankten sich gegenseitig. Und zwar nach folgendem Modus: Jeder schrieb sich seine Dankesrede selbst auf den Leib, aber der andere musste sie vorlesen.

So legte etwa Klüpfel seinem Freund Kobr in den Mund: «Volker, ich danke Dir, dass ich Deine Einfälle zu Papier bringen und Dir Kaffee kochen darf wie ein guter Praktikant.» Im Gegenzug musste Klüpfel vorlesen: «Lieber Michi, danke für die zahllosen Stunden, die Du damit verbringst, meine Manuskripte zu verbessern.» Das Ganze gipfelte schließlich bei beiden in dem Satz: «Ich bewundere Dich für Deine sprichwörtliche, legendäre, an Selbstverleugnung grenzende Bescheidenheit.»

Voller Stolz auf «ihre» Krimi-Autoren hielt dagegen Lektorin Michaela Kenklies vom Piper-Verlag die Laudatio. Sie bescheinigte den Preisträgern eine «sensationelle dramaturgische Begabung, die in Deutschland seinesgleichen sucht». Zudem hätten sie mit Kluftinger und den anderen Protagonisten ihrer Romane Figuren geschaffen, mit denen sich die Menschen identifizieren könnten: «Jeder ist ein bisschen Kluftinger.» Für die Qualität der beiden heimischen Schriftsteller spreche nicht zuletzt, dass ihre bisherigen vier Werke insgesamt über eine Million Mal über die Ladentheke gingen.

«Einfach schön»

Zu den Kluftinger-Fans gehört auch Mechthild Feldmeier, Vorsitzende des Memminger Einzelhandelsverbands. Für sie ist es «einfach schön», dass das Allgäu durch die Romane von Klüpfel/Kobr «in die Welt hinausgetragen wird und so sympathisch rüberkommt».

Ins gleiche Horn stieß Memmingens Oberbürgermeister Dr. Ivo Holzinger. Nach seinen Worten wird der Memminger Kulturpreis für «besondere Leistungen verliehen, die über die Stadt hinausgehen und in der Stadt erbracht wurden».

Nach Meinung der Jury haben sich Klüpfel und Kobr Verdienste um das Allgäu als Kultur- und Lebensraum erworben.

Weiter heißt es in der Begründung für die Preisvergabe: «Die Autoren zeichnen ihren Helden und die Landschaft unverwechselbar, kauzig und detailgetreu und haben nicht nur den Nerv des Publikums getroffen, sondern auch die Kritik überzeugt.»

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