Kommunalpolitik
Senioren-Konzept für Memmingen vorgestellt

Ein 'seniorenpolitisches Gesamtkonzept' für Memmingen ist jetzt im Stadtrat vorgestellt worden. Es wurde gemäß einer gesetzlichen Vorgabe erstellt und soll dem Umstand Rechnung tragen, dass die Bevölkerung tendenziell immer älter wird. Kernziel der Bemühungen ist der Erhalt eines möglichst langen selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Lebens in den eigenen vier Wänden und die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit.

Wie der Leiter der städtischen Seniorenfachstelle, Wolfgang Prokesch, den Ratsmitgliedern erläuterte, wird in Memmingen die Zahl der über 65-Jährigen bis zum Jahr 2025 um rund 1400 auf etwa 10 200 steigen. Die Zahl der über 85-Jährigen soll bis 2025 von etwa 1250 auf gut 1900 klettern.

Bei der Entwicklung des Konzepts waren neben Experten auch zahlreiche Bürger in Arbeitsgruppen beteiligt (wir berichteten). Zudem wurden umfangreiche Befragungen von Senioren durchgeführt. Dabei stellte sich zum Beispiel heraus, dass mehr als die Hälfte der über 85-Jährigen allein wohnt. Etwa die Hälfte der Befragten erhält Hilfe von Familienmitgliedern und jeder Zehnte möchte bei zunehmendem Unterstützungsbedarf in ein Altenheim ziehen.

Mehr pflegebedürftige Männer

Was die pflegebedürftigen Menschen ab dem 65. Lebensjahr in Memmingen anbelangt, geht das Konzept davon aus, dass sich deren Zahl kontinuierlich erhöhen wird. Dabei sei voraussichtlich alle fünf Jahre mit einem Anstieg zwischen 80 und 100 Pflegebedürftigen zu rechnen. Laut Prokesch wird vor allem die Zahl der pflegebedürftigen Männer zunehmen – und zwar um 60 Prozent bis zum Jahr 2029. Somit sei in Zukunft nicht nur eine höhere Zahl von Pflegeplätzen nötig, sondern auch eine Anpassung der Beschäftigungs- und Betreuungsangebote. Denn diese würden sich bisher vorwiegend an den Wünschen und Bedürfnissen weiblicher Teilnehmer orientieren.

Neben der Schaffung von Betreuungsplätzen sollten gemäß dem Senioren-Konzept die Unterstützung pflegender Angehöriger und die Stärkung der ambulanten Versorgung gefördert sowie Informationen über bestehende Angebote verbessert werden. Darüber hinaus regte Stadträtin und Seniorenreferentin Christiane Wilhelm Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit sowie im Linienbusverkehr in Memmingen an. Ferner müssten verstärkt bezahlbare Wohnungen für Senioren bereitgestellt werden.

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