Verkehr
Senioren am Steuer selten ein Risiko

Immer wieder wird diskutiert, ob ältere Menschen ihren Führerschein noch einmal auffrischen müssen. Das Argument lautet dann oft: Senioren reagieren nicht mehr so schnell, das kann im Straßenverkehr ein Problem sein.
Andererseits sind gerade Senioren – insbesondere auf dem Land – in vielen Fällen auf das Auto angewiesen. Die Statistiken belegen jedenfalls nicht, dass die Senioren im Unterallgäu schlechter oder besser Auto fahren als der Rest.

Die Polizei Mindelheim hat im vergangenen Jahr 97 Unfälle registriert, die durch Senioren über 75 Jahren verursacht wurden. Davon sind in 49 Fällen Menschen verletzt worden. Dies ist laut Polizei jedoch eine vergleichsweise geringe Zahl zu den insgesamt 3002 Unfällen im Jahr 2011.

Um Unfällen vorzubeugen, meldet die Polizei jene Senioren, die im Straßenverkehr zum Beispiel durch zu langsames Fahren auf der Autobahn aufgefallen sind, an das Landratsamt. Im vergangenen Jahr seien 59 Fälle mitgeteilt worden, sagt Ulrike Klotz, Leiterin der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Die Betroffenen werden dann zu einem Gespräch eingeladen.

'Das müssen wir mit sehr viel Fingerspitzengefühl führen', sagt Klotz. Zusätzlich wird auch noch ein Facharztgutachten eingeholt, denn in etwa der Hälfte der Fälle seien auch Krankheiten wie Demenz oder Parkinson Gründe für Fahrauffälligkeiten.

Manche Senioren müssten dann eine Eignungsfahrt beim TÜV absolvieren. Das sind etwa zehn im Jahr, sagt Michael Stahl, Leiter des TÜV-Süd in Memmingen. Die Chance, diese zu bestehen, würde jedoch nach einigen Fahrstunden bei 80 bis 90 Prozent liegen.

Im Jahr 2011 hat das dazu geführt, dass 14 Senioren freiwillig auf ihren Führerschein verzichtet haben. Vier haben 'teilverzichtet' – das heißt, dass eine Umkreisbeschränkung um den Wohnort oder ein Autobahnverbot vereinbart wurden. Einer Person wurde der Führerschein entzogen.

Wenige Freiwillige

Freiwillig würden Senioren insgesamt nur sehr selten an Angeboten wie Auffrischungs-Fahrstunden teilnehmen, sagt Fahrlehrerin Gabriele Wahner-Huber aus Bad Wörishofen.

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