Frühstück
Semmeln, Brezen und Brot kosten mehr

Samstagmorgen: Ausschlafen, Zeitung holen, dann zum Bäcker, Semmeln kaufen. Vier Vollkorn-Semmeln und zwei Brezen, macht 3,08 Euro. Bisher. Dieses Wochenende müssen die Kunden fürs Frühstück ein wenig tiefer in den Geldbeutel greifen. In dem Fall kostet es 3,38 Euro. Denn diese Woche haben die meisten Bäcker im Oberallgäu ihre Preise erhöht. Sie begründen das mit gestiegenen Herstellungskosten.

Mehl koste derzeit 80 bis 90 Prozent mehr als noch vor einem Jahr, schildert Hubert Albinger, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Burgberg. Er geht davon aus, dass die Rohstoffpreise in einem halben Jahr zwar wieder sinken. Andere Preissteigerungen aber blieben: Gas, Öl und die Lohnkosten seien deutlich teurer geworden.

Warum gerade Getreide so stark gestiegen ist, erklärt der Geschäftsführer der Kreishandwerkschaften Kempten-Memmingen, Gottfried Voigt. Wegen des nassen Sommers sei ein Großteil der Getreideernte unbrauchbar, die Mühlen müssten teuer aus dem Ausland, vor allem aus dem Ostblock und den USA, zukaufen. Die Getreide- und Mehlpreise hätten sich «verrückt» entwickelt.

«Es ist sehr vieles teuer und fast nichts billiger worden», sagt auch der Sonthofer Bäckerei-Chef Karl-Heinz Münzel. Er geht davon aus, dass das so bleibt. Neben Mehl, Nüssen, Sultaninen und Kaffee seien auch Energie und Abfallentsorgung deutlich teurer geworden. Für den Müll müsse er doppel so viel zahlen wie noch vor drei, vier Jahren.

Um das Verständnis der Kunden wirbt auch Reinhold Speiser, stellvertretender Obermeister der Bäckerinnung. «Eine Zeit lang haben wir die Erhöhungen geschluckt und nicht an die Käufer weitergegeben, jetzt geht es einfach nicht mehr», spricht er für die 45 Bäckereibetriebe in der Innung Kempten-Oberallgäu. «Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei, sondern weils notwendig ist», betont er.

Steigerung um zehn Prozent

Im Durchschnitt werden die Produkte der Bäckereien, von der Semmel übers Brot bis zum Feingebäck, um zehn Prozent teurer. Für ein Vollkornbrötchen bedeutet das etwa, dass statt 50 Cent 55 auf die Theke gelegt werden müssen, für eine übliche Semmel statt 30 Cent 33. Das sei kein Wucher, es handle sich um Cent-Beträge, hofft Reinhold Speiser auf die Treue der Kunden. Und darauf, dass sie sich die Bäcker-Qualität auch etwas kosten lassen. (ell/bil)

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