Weiler-Simmerberg
Seminar zum Thema Film

Als «Filmseminar» wird das Weilerer Kornhaus-Seminar im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Im Mittelpunkt: Werke der Filmemacher Leo Hiemer und Klaus Gietinger, beziehungsweise der Westallgäuer Filmproduktion (WAF).

Professor Dr. Harry Pross hatte die Kornhausseminare 1984 ins Leben gerufen. Seit 2002 kümmert sich Heimatpfleger Gerd Zimmer darum. Eingebunden sind auch die Kunstplätze und der Westallgäuer Heimatverein. Mit der Idee, dem Thema Film ein eigenes Seminar zu widmen, geht er seit geraumer Zeit schwanger. «Wir haben mit Leo Hiemer und Klaus Gietinger zwei Filmemacher und Regisseure, die weit über die Region hinaus bekannt sind», erklärt Zimmer den Grund.

Filme der beiden, beziehungsweise der Westallgäuer Filmproduktion werden im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung stehen. Frühwerke werden genauso zu sehen sein wie ihre bekanntesten Filme. Das Seminar ist also durchaus auch als kleine Werkschau zu sehen. Hiemer und Gietinger sind beim Seminar anwesend, werden in die Filme einführen und im Anschluss mit dem Publikum diskutieren.

Das Thema Film wird auch grundsätzlicher aufgegriffen. «Ein Seminar ist kein Seminar, wenn ich nur Filme zeige», erklärt Zimmer. Deshalb werden zwei Universitäts-Referenten eingeladen, die das Medium Film thematisieren.

Zu den Filmen: Gezeigt wird das WAF-Werk, das fast Kultstatus genießt: «Daheim sterben die Leut», gedreht 1985 im Westallgäu. Es läuft auf dem Weilerer Kirchplatz openair. Ein weniger bekannter Film aus der Frühzeit von Gietinger und Hiemer wird im Forum des Kornhausmuseums zu sehen sein: «Der Meineidbauer», gedreht in Super 8 und Stereo, eine 20-minütige Parodie auf den Heimatfilm nach dem gleichnamigen Anzengruber-Roman. «Ein amateurhaftes Frühwerk mit starken Momenten», urteilt Hiemer selber über den Streifen.

Ein anderes Format hat das Spätwerk der WAF «Schön war die Zeit», gedreht fürs Kino als Co-Produktion mit dem Süddeutschen Rundfunk, entsprechend finanziell ausgestattet und mit bekannten Schauspielern besetzt wie Edgar Selge, Gottfried John und Ottfried Fischer. Er wird nach den Plänen Zimmers eventuell in einer Fabrikhalle zu sehen sein.

Um ein ganz anderes Thema geht es in «Lond it luck». Der 1979 ebenfalls als Super-8-Film gedrehte Streifen thematisiert den Bauernkrieg. Ein mit einfachen Mitteln gedrehter zweistündiger Monumentalfilm samt Kavallerieattacken und Massenszenen. Zimmer will dazu auch einen Historiker, Kenner des Bauernkrieges einladen. Er verspricht sich davon eine interessante Diskussion. «Hier die wissenschaftliche Herangehensweise, dort die freie Interpretation im Film».

Nicht fehlen darf in dem Filmseminar «Leni muss fort», 1994 gedreht von Leo Hiemer.

Das Kornhausseminar 2010 findet von 2. bis 7. Juli in Weiler statt.

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