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Seit über 100 Jahren dreht sich alles ums tägliche Brot

«Das täglich Brot» ist ein wohlbekanntes Bibelwort. Dass viel Weisheit darin liegt, kann die Bäckerfamilie Einsiedler bestätigen. Schließlich dreht sich seit 100 Jahren in ihrem Betrieb tagtäglich alles um Brot- und Backwaren. «Es ist ein Glück, dass die lange Tradition weitergehen kann. Mein Sohn Cornelius steht als Nachfolger schon in meinen Fußstapfen», freut sich Firmeninhaber Peter Einsiedler.

Die Bäckersleut nahmen sich extra ein wenig Zeit, in Erinnerungen und Fotos zu kramen. Zwischendurch erzählen Elfriede und Peter Einsiedler so manche Geschichten aus der Betriebschronik, die seit mehr als 100 Jahren das Familiengeschick prägt.

<< Bereits im Jahr 1907 war es, als mein Großvater Josef seine Bäckerei mit Mehlhandlung eröffnete >>, weiß der heutige Firmenchef. Viel Schneid und wenig Aberglauben habe diesen Vorfahren geprägt, denn die Hausnummer seines Betriebes an der Hauptstraße war die 13. Diese << Unglückszahl >> scheint dem Firmengründer jedoch Handwerkerglück gebracht zu haben, denn nicht nur neue Betriebsgebäude entstanden unter seiner Leitung.

Zusammen mit Wendelin Rist, dem damaligen Wirt der Dorfwirtschaft << Sonne >> ließ er nach notigen Inflationsjahren erstmals am Dreikönigstag 1930 die fast vergessene Tradition der << Kranzverlosung >> wieder aufleben. << Diese gehört bis heute zu den viel besuchten Veranstaltungen im Dorf >>, erzählt Elfriede Einsiedler: << Da kann man für wenig Geld und mit ein bisschen Glück einen oder mehrere von über 200 Hefekränzen gewinnen kann >>.

Bräuche werden gepflegt

Und noch einen Allgäuer Brauch gibt es, der seit Beginn der Firmengeschichte von der Familie Einsiedler gepflegt wird: Man fährt << ins Gai >>, (in die Umgebung, Anm. d. Redaktion) um in abgelegenen Weilern und Einödhöfen allerlei Backwaren anzubieten. Da soll es - laut Chronik - einen Bäcker gegeben haben, der nach guten Verkaufseinnahmen stets beim Sonnen-Wirt eingekehrtist.

Manchmal sei sein Pferd allein nach Hause gelaufen

Ehefrau Elfriede verrät bei dieser Gelegenheit, dass sie an den Nachmittagen mit 70 PS unter der Autohaube immer noch << gerne ins Gai fährt. Allerdings nur zu den Kunden und ohne anschließenden Einkehrschwung >>, schmunzelt sie.

Ein solcher Gasthaus-Hock wäre bei den Einsiedlers zeitlich gar nicht drin. Gilt es doch, täglich 15 bis 20 Brot- und Semmelsorten und diverse süße Backwaren herzustellen. << Das meiste davon in Handarbeit, vor allem unsere Laugenbrezen >>, erklärt Bäckermeister Peter Einsiedler. << 800 bis 1000 Stück von dieser Spezialität gehen pro Tag über die Ladentheke, werden an Lebensmittelgeschäfte und Firmenkantinen geliefert >>, sagt der Haldenwanger Bäckermeister nicht ohne Stolz. (rot)

Die Familie Einsiedler führt ein Geschäft mit über 100-jähriger Tradition (von rechts): Elfriede und Peter Einsiedler mit Sohn Cornelius. Foto: Rothauscher

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