Bildung
Seit Jahren kämpft das Ehepaar Immler für eine Privatschule in Leubas ndash Nun ist das Ziel greifbar

'Anfassen erlaubt' steht auf dem Schild. Stoffschafe reihen sich dahinter aneinander, rechts davon steht eine Puppe, eine Frauenfigur mit Baby. Es ist eine Krippenszene, die da in der Aula der Leubaser Schule aufgebaut ist. An der Wand gegenüber stehen überdimensionale Schachfiguren in Reih und Glied: eine Sonderanfertigung aus Südtirol.

Mit dem Geschenk des künftigen Schulleiters Harald Knes sollen ab Herbst die ersten Abc-Schützen der neuen Grundschule spielen. "Diese Sachen haben wir dagegen geliehen - zum Vorführen", sagt Renate Immler und zeigt auf die Tische, auf denen geometrische Figuren, Zahlenspiele und Kästen mit Perlen stehen.

Aufgebaut sind aber auch Bücher, die von Bibelgeschichten handeln und vom Teilen. Schließlich soll die neue Josef-Kentenich-Schule (Namensgeber ist der Gründer der Schönstatt-Bewegung) vor allem eine katholische Privatschule werden.

Renate und Christian Immler sind die Gesichter hinter dieser Schule. Seit Jahren setzen sie sich für ihre Idee ein, die nach etlichen Rückschlägen und Hürden nun in greifbare Nähe gerückt scheint. Immerhin hat Bischof Konrad Zdarsa die Anerkennung der Schule erteilt, mit dem alten Schulhaus Leubas ist ein Gebäude gefunden und auf mehrere Jahre von der Stadt gemietet – und auch die Planungen zu den Umbauten schreiten voran.

Am Donnerstag gingen Experten der Regierung von Schwaben durch die Räume – den Bescheid für den Schulstart gibt es aber erst, wenn von der Baugenehmigung bis zum Nachweis von Lehrpersonal alle Unterlagen eingereicht sind.

Einschreibung im März

Renate Immler hat keinen Zweifel mehr daran, dass die Schule im Herbst starten kann. Für die erste Klasse gebe es schon fast ausreichend Interessenten – die Einschreibung ist im März. Für eine dritte Klasse hoffe man noch – derzeit gebe es zu wenig Voranmeldungen.

Die Duracherin sperrt die Schultür zu, die Gruppe geht hinüber ins frühere Heim des Leubaser Billardvereins. 'Hier wollen wir einen Werk- und Mehrzweckraum einrichten', erläutert das Ehepaar Immler. Eingang und Toilettenräume müssten dafür verlegt werden. 'Vielleicht sollten Sie sich überlegen, ob man das nicht doch im Schulgebäude verwirklichen könnte', gibt die Expertin der Regierung von Schwaben zu bedenken. Schon wegen der Kosten.

Wie hoch diese sein werden, das ist ohnehin unklar. Umbau, Ausbau, Anbau – wie soll das alles finanziell gestemmt werden? Zum Beispiel über Spenden, Sponsoring und Eigenleistung, sagt Renate Immler. Ein großer Teil des laufenden Schulbetriebs werde über staatliche Zuschüsse abgedeckt – dennoch werde man Schuldgeld verlangen müssen.

Inzwischen ist die Delegation zurück im Schulgebäude. Abschlussgespräch. Die Immlers, die einen Hausmeisterservice betreiben, haben sechs Kinder. Keines davon ist noch im Grundschulalter. Warum setzt sich das Ehepaar da mit so viel Herzblut und Überzeugung für ihre Schule ein? Die Antwort von Christian Immler ist kurz: 'Weil wir uns so etwas für unsere Kinder gewünscht hätten. Und man sollte nicht immer nur reden, sondern lieber handeln.'

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen