Grüne
Seit 25 Jahren sind die Grünen im Bayerischen Landtag - Allgäuer Vertreter von Anfang an dabei

Vor 25 Jahren traten sie an, um neuen Wind in den Bayerischen Landtag zu bringen: die Grünen, die einige Wochen zuvor 7,5 Prozent bei den Landtagswahlen erzielt hatten. Unter den Grünen-Parlamentariern war damals der Regierungsbezirk Schwaben mit Raimund Kamm (Augsburg) und der Lindauerin Marianne Rothe vertreten. Bei vielen hätten die Grünen damals noch 'als Schmuddelkinder gegolten', blickt der Oberallgäuer Adi Sprinkart zurück, der die Partei seit 1997 als Nachrücker für Kamm im Landtag vertritt.

Groß gefeiert haben die schwäbischen Grünen das Jubiläum kürzlich in der Dampfsäg in Sontheim (Unterallgäu). Dort ging es freilich nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um die Zukunft der einstigen alternativen Partei. Denn laut Umfragen könnte erstmals überhaupt in zwei Jahren eine Regierungsbeteiligung der Grünen in Frage kommen. 'Bis dahin fließt freilich noch viel Wasser die Iller hinunter', wiegelt Sprinkart das als zu frühzeitige Überlegungen ab und kommt lieber auf die Verdienste der Partei aus seiner Sicht in den vergangenen 25 Jahren zu sprechen.

Energiewende 1989 gefordert

Dass die Grünen bei der Landtagswahl im September 1986 den Einzug ins Maximilianeum schafften, hatte vor allem auch mit dem Reaktorunglück in Tschernobyl das sich im Frühjahr des selben Jahres ereignet hatte, zu tun. Doch die viele, viele Jahre von den Grünen geforderte grundlegende Wende der Energiepolitik mit einem entsprechenden Gesetzentwurf im Jahr 1989 wurde erst nach dem Reaktorunglück im japanischen Fukushima im März dieses Jahres vollzogen.

Auch in Fragen der Schulpolitik und der Gleichberechtigung von Frauen und Männern sei man erst viele Jahre später von anderen Parteien und Gruppierungen nachgeahmt worden, sagt Sprinkart. Er betreibt nach wie vor einen landwirtschaftlichen Biobetrieb mit Mutterkuhhaltung. Das sei für ihn ein wichtiger Ausgleich für die politische Arbeit, schildert der 58-jährige studierte Sozialpädagoge.

Immerhin seien die Grünen inzwischen so 'in der Mitte der Bevölkerung angekommen', dass sie beispielsweise im Ostallgäu mit Hubert Endhardt und im Oberallgäu mit Heinz Möschl zwei stellvertretende Landräte stellen, so Sprinkart. Mithin ist man also eine Partei wie jede andere? Nein, nicht ganz, meint der Oberallgäuer Grünen-Abgeordenete, der im Ausschuss für den öffentlichen Dienst und im Landwirtschaftsausschuss sitzt. Beispielsweise werde die Basis bei den Grünen stärker in Entscheidungsprozesse eingebunden.

In der Region hat die strikte Anti-Atom-Partei nach eigenen Angaben derzeit rund 500 Mitglieder mit einer steigenden Tendenz seit der Katastrophe von Fukushima. Aus der Region sitzt neben Adi Sprinkart der ebenfalls aus dem Oberallgäu stammende Thomas Gehring für die Grünen im Landtag.

Dritte aus Schwaben ist Christine Kamm.

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