Weiler
Sein Job: Gute Laune

Sommer, Strand, Sonnenschein - und zwar (fast) 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Das hat Jonas Heinrich erlebt. Zwei Jahre lang war der heute 21-Jährige als Animateur in einem Robinson-Club auf Fuerteventura angestellt. Nun ist seine Tätigkeit beendet und er ist wieder zurück in der Heimat. «Mit Urlaub hatte das nichts zu tun. Das war ein Job für mich - auch wenn ich dabei nicht gerade reich geworden bin», erzählt der Weilerer.

Wie so viele junge Menschen hat es ihn nach der FOS mit dem Abi in der Tasche in die weite Welt hinausgezogen. Raus aus dem Elternhaus, eine fremde Sprache lernen, eigenes Geld verdienen, was Neues entdecken, selbstständig werden - all diese Begriffe nennt er als Schlagwörter. «Ich wollte Erfahrungen sammeln», ergänzt er. Bei einem Urlaub Weihnachten 2006 auf Fuerteventura war er mit Animateuren ins Gespräch über deren Job gekommen. Das hat ihn interessiert. Er hat sich beworben - und schon kurz darauf saß er im Flieger nach Spanien.

Fußball, Poolspiele, Kochen

Die Robinson-Clubs, die es in aller Welt gibt, gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Reisezielen für Cluburlauber. Nach Fuerteventura kommen vor allem Singles und Alleinstehende, die auf der Insel einfach Spaß, Sport und Party machen und erleben wollen. Und dafür zu sorgen, dass sie das auch bekommen, das war zwei Jahre lang die Hauptaufgabe des Westallgäuers. Sein 15-Stunden-Tag, der nie vor Mitternacht geendet hat, umfasste verschiedene Aktivitäten wie Fußballtennis, Poolspiele, Beachvolleyball, Quiz oder sogar Kochen für die Gäste. Abends trat er in diversen Shows als Schauspieler oder Tänzer auf, beispielsweise in der «Rocky Horror Picture Show», dem Udo-Jürgens-Musical «Ich war noch niemals in New York» oder war in der Hauptrolle als «Mozart». Das Wichtigste dabei: Immer gut drauf sein, Spaß haben, Spaß vermitteln. «Das ist relativ einfach. Die Gäste sind ja auch immer gut drauf», erklärt der 21-Jährige.

Doch dabei darf man nicht vergessen: Es ist und bleibt Arbeit. Freie Zeit oder ruhige Minuten hat er in seiner Sechs-Tage-Woche selten gehabt. Deshalb sagt er auch: «Ich bin froh, wieder daheim zu sein. Einfach mal abends gemütlich Brotzeit machen mit Wurst und Käse, ins Kino gehen, Freunde treffen.» Alles Dinge, die er in dem Sport- und Partyclub vermisst hat. Deshalb hat er in den beiden Jahren jeden einzelnen Urlaubstag in seiner deutschen Heimat verbracht.

Doch natürlich will Heinrich die Zeit nicht missen. Zumal er zahlreiche Promis getroffen hat wie Comedian Mario Barth, Schauspielerin Susan Sideropoulos, die Fußball-Profis Thomas Kleine (Borussia Mönchengladbach) und Jan Rosenthal (Hannover 96) oder Armin Veh, der mittlerweile den deutschen Meister VfL Wolfsburg trainiert.

«Mit ihm habe ich jetzt noch E-Mail-Kontakt», verrät Heinrich stolz. All diese Leute hätte er ohne seinen Job nicht kennengelernt. Ganz nebenbei hat er auch noch ein Fernstudium für Sport- und Tourismusmanagement absolviert.

«Wenn ich noch mal 18 oder 19 wäre, dann würde ich das sicher wieder machen. Aber nur für eine begrenzte Zeit», ist er sich sicher. Wer Animateur sein möchte, müsse Spaß am Sport haben und auf Leute zugehen können. Im Hinterkopf sollte man vor allem immer haben, dass es sich nicht um Urlaub, sondern um Arbeit handelt. Denn: «Irgendwann kannst du keine Party mehr machen», hat er festgestellt.

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