Weiler
Sehnsucht nach Einheit der Christen

Die Fastenzeit nutzen Christen für die Vorbereitung auf Ostern. Doch vor der Auferstehung stehen Leiden und Tod Jesu. In 14 Stationen stellen Bildnisse in katholischen Kirchen die Passion dar. Wir setzen unsere Artikelserie vom vergangenen Jahr fort und stellen in den kommenden Wochen verschiedene Kreuzwege in Westallgäuer Kirchen vo. Dabei sind wir auf eine Besonderheit gestoßen: den Kreuzweg in der Kreuzkirche in Weiler.

Der Leutkircher Künstler Erwin Roth zeichnete bei der Innenrenovierung der Kreuzkirche in Jahr 1994 für die Farbgebung verantwortlich. Er gestaltete gemeinsam mit Pfarrer Peter Bauer auch eine Folge von 14 Steinen, die an drei Seiten des Raumes aufgehängt sind. Diese sind freilich eher Meditationsanregung als bildliche Darstellung der Leidensstationen Christi, wie sie in katholischen Gotteshäusern zu finden sind. Die Kreuzsteine bringen dem Betrachter verschiedene Symbole und Kreuzesformen nahe: aus vorchristlicher Zeit, aus der Kirchengeschichte und aus der ökumenischen Gegenwart.

Die groben, offenporigen Brocken aus Muschelkalk stammen aus den Steinbrüchen von Langenaltingen. Sie sind kaum bearbeitet. Allein an einer Stelle ist die Oberfläche kreisrund glattgefräst und mit einer rostroten Farbe - die sich im Raum mehrfach wiederholt - bemalt. Dieser Untergrund trägt die in Blattgold gefassten Kreuzsymbole.

Wer das in der Kirche ausliegende Begleitheft zur Hand nimmt, erfährt Wissenswertes zu den Zeichen. Das Iren- oder Keltenkreuz etwa erinnert zum einen daran, dass die Kelten auch im Allgäu beheimatet waren, zum anderen an die irisch-schottischen Mönche, die das Evangelium hierher brachten.

All die Kreuzformen weisen auf die vielen weltweiten Ausprägungen des christlichen Glaubens hin. So ist das Tau das Kreuz der Franziskaner und das Hugenottenkreuz das der französischen Protestanten.

Ein Wegenetz

Aus diesem Kreuzweg spricht die Sehnsucht nach der Einheit der Christen. Eine in Erdtönen gemalte, ornamenthafte Linie verbindet alle Steinstationen zu einem begehbaren Wegenetz. Pax-Christi-Kreuz, Orthodoxes Kreuz, Taizé-Kreuz, Lutherrose, Lateinisches Kreuz und Kreuz des Weltgebetstags: Sie alle erzählen nicht nur vom Tod Christi, sondern auch von seiner Auferstehung. Und so ist der letzte, durch eingeschlossene Kristalle besonders reizvolle Stein als zusammenfassende Aussage dieses Meditationswegs zu sehen. Er zeigt das Kreuz als Lebensbaum.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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