Projekt
Sechstklässler des Lindenberger Gymnasiums beschäftigen sich mit Konflikten und Mobbing

Ein Jugendlicher liegt auf dem Boden, er ist voller Blut. Diese Szene ist Teil eines kurzen Films, den Mädchen und Buben einer sechsten Klasse des Lindenberger Gymnasiums angeschaut haben. Angefangen hat alles mit einem scheinbar harmlosen Konflikt auf dem Schulhof, der eine Jugendliche sollte dem anderen einen Spickzettel schreiben, geworden ist daraus eine Schlägerei und ein verletzter Schüler. Die 26 Mädchen und Buben haben sich in vier Stunden intensiv mit dem Thema Konflikt und Mobbing auseinander gesetzt. Spielerisch haben sie in verschiedenen Schritten gemeinsam mit Monika Harder aus Lindau die Filmszenen und Konfliktsituationen analysiert und hinterfragt. Monika Harder bietet Konfliktmanagement für Erwachsene an und arbeitet als Coach im Unternehmensbereich. Über einen privaten Kontakt war das Projekt zustandegekommen. Das erste Mal hat sie nun mit Jugendlichen zusammengearbeitet. 'Es war toll', sagt sie. In diesem Alter fangen die Schüler an, sich bewusst mit diesem Thema auseinander zu setzen, ist sie überzeugt.

Mit einem Spiel mit dem Titel 'Monoppoli' haben die Schüler in verschiedenen Schritten sich mit den Szenen beschäftigt und nach Lösungen gesucht. 'Es ist wichtig in sich hineinzuhören, wie fühle ich mich und wie fühlt sich der andere', sagt Harder. Denn wenn man versuche den anderen zu verstehen, könnten Konflikte schneller gelöst werden. '

Man denkt schnell, dass jemand etwas mit Absicht macht, und dann war es gar nicht so', zieht Simon sein Fazit. Auch seine Mitschülerin Anna hat einiges gelernt. 'Man muss auch die Sicht des anderen sehen.' Jonas hat vor allem gefallen, dass es immer mehrere Lösungen gab. 'Es gab ein Minimalziel, dass sich die Schüler in Ruhe lassen und ein Maximalziel, dass sie Freunde werden', berichtet er.

Es gibt Regeln die bei Auseinandersetzungen immer gelten, erklärt Harder den Schülern. 'Man muss Respekt vor dem anderen haben', sagt Cathi. Streit gehört jedoch zum Alltag einfach dazu, zum Beispiel unter Geschwistern. Doch: 'Wenn es geht, versuche ich auch Streit aus dem Weg zu gehen', sagt Manuel.

Konflikte bewusst steuern

Auch dass man die Möglichkeit hat, die Konflikte bewusst zu steuern, haben die Schüler gelernt. 'Wenn ich Angst habe oder unsicher bin, kann ich mir vorstellen ich bin ein starker Löwe', erinnert sich Manuel. Klassenlehrerin Claudia Meier und Beratungslehrerin Johanna Scheer waren von dem Projekt begeistert. 'Ich war beeindruckt, wie offen die Schüler mit der Thematik umgegangen sind', sagt Meier.

Ihre Kollegin fügt hinzu: 'So etwas für alle sechsten Klassen wäre toll.'

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