Bodelsberg
Schwerverletzte bergen und wiederbeleben

Ein ohrenbetäubender Knall zerreißt die Stille über dem Bodelsberger Truppenübungsplatz. Beißender Qualm steigt auf. Das Ausmaß der Explosion wird sichtbar: 15 Soldaten mit Rauchvergiftung. Die einen bewusstlos, andere nach Atem ringend. Professionelle Einsatztaktik der Helfer aus Deutschland, Österreich und der Slowakei ist gefragt. Glücklicherweise handelt es sich nur um ein gestelltes Szenario.

Vier Tage lang probten über hundert Angehörige deutscher und ausländischer Hilfsorganisationen mögliche Ernstfälle - etwa die Ausbreitung schwerer Infektionskrankheiten über Ländergrenzen hinweg.

Konkret handelte es sich dabei um eine internationale Katastrophenschutzübung. «Die fünfte ihrer Art innerhalb der EU, jedoch die erste auf deutschem Boden», wie Übungsleiter Bernd Urban vom veranstaltenden Technischen Hilfswerk (THW) verdeutlichte. Mit von der Partie waren die Bundespolizei, die Bundeswehr, Mitglieder des Samariterbundes aus Österreich und der Slowakei sowie das Krisen-Interventionsteam der Steiermark.

«Sinn und Zweck dieser länderübergreifenden Übung ist das reibungslose Zusammenspiel zwischen den am Katastrophenschutz beteiligten Kräften, Einheiten und Nationen», betonte Urban. Die Krisenstäbe der einzelnen Länder nämlich hätten verschiedene Vorgehensweisen. Diese gelte es unter einen Hut zu bringen und optimal aufeinander abzustimmen, unterstrich Josef Riener, österreichischer Übungsleiter und EU-Koordinator. Ein Stolperstein könnten beispielsweise die unterschiedlichen Alarmierungen sein.

Totenablage für den Extremfall

Für die Helfer in Bodelsberg galt es unter anderem, einen Behandlungsplatz und - für den Extremfall - eine Totenablage zu errichten. Bundeswehrsoldaten mimten Verletzte und Kranke. Sie wurden aus unwegsamem Gelände geborgen und in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Nicht zuletzt musste eine Desinfektionsschleuse für Fahrzeuge aufgebaut werden.

Angesichts zunehmender Katastrophen wie Waldbrände oder Erdbeben werde die Zusammenarbeit der EU-Länder immer wichtiger, betonte Urban. Das Gelände des Bundeswehr-Übungsplatzes habe sich für das Training als optimal erwiesen. «Was wir hier in Bodelsberg gemacht haben, ist gelebtes Europa», zog der Kemptener THW-Geschäftsführers das Fazit aus vier erfolgreichen Übungstagen.

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