Unwetter
Schwerer Hagelsturm legt in Kaufbeuren Verkehr lahm

Wer gestern gegen halb drei zum Kaufbeurer Nachmittagshimmel blickte, wusste: Da braut sich nichts Gutes zusammen. Was die tiefdunklen Wolken rund zehn Minuten später über der Wertachstadt und ihrer Umgebung dann allerdings mit voller Wucht ausspuckten, war ein wahrhaft schaurig-schönes Schauspiel.

Daumendicke Hagelkörner prasselten für etwa fünfzehn Minuten hernieder, bedeckten Straßen und Grünflächen mit einem weißen Teppich aus Eis. Es blitzte und donnerte, dass man nur so zusammenzuckte. Die Gedanken der einen galten ob des Hagelsturms ihren Autos, die sie im Freien geparkt hatten. Andere dachten wiederum an ihren hochwasserempfindlichen Keller.

Denn die Kaufbeurer Kanalisation war in einigen Bereichen mit den Hagel- und Wassermassen binnen kürzester Zeit überfordert. << So habe ich das hier noch nicht gesehen >>, sagte ein Passant kopfschüttelnd, der vor einer Senke in der Espachstraße stand. Weil sie komplett unter Wasser stand, wichen die Fahrzeuge über den Fuß- und Radfahrerweg aus.

Ganz zum Erliegen kam der Verkehr hingegen in zahlreichen voll gelaufenen Unterführungen im Stadtgebiet. Nichts mehr ging beispielsweise an der Bahnbrücke in der Augsburger Straße stadtauswärts, wo die Polizei die Kreuzung davor absperrte und den Verkehr regelte. Ein ähnliches Bild bot die Unterführung in der Mauerstettener Straße: Ein Kleintransporter war in der gut knöchelhohen Hagelkörnerdecke steckengeblieben. Mitarbeiter des Städtischen Bauhofes mussten das Fahrzeug zunächst frei schaufeln und anschließend aus dem Eisbelag abschleppen.

Kaum ein Durchkommen gab es auch in der Bahnunterführung in der Füssener Straße nahe dem Bahnhof. Über einen halben Meter stand die braune Brühe, die das Kanalsystem nicht aufnehmen konnte, hier an der tiefsten Stelle. Spektakulär war auch der Blick auf das Parkstadion, das nach dem Unwetter wie im tiefsten Herbst in dicke Nebelschwaden gehüllt war, als die Hageldecke auf den Rasenflächen zu verdunsten begann.

Etwa 40 bis 50 voll gelaufene Keller musste die Feuerwehr Kaufbeuren, die von den Wehren aus Marktoberdorf, Baisweil, Irsee und vom THW unterstützt wurde, im Stadtgebiet auspumpen. << Die Hagelkörner schlagen Blätter und Äste von den Bäumen, die dann die Abflüsse sehr schnell verstopfen. Das kann die Kanalisation nicht schaffen >>, erklärte Stadtbrandrat Thomas Vogt.

Das mussten auch einige Geschäfte im Erdgeschoss des Buron-Centers leidvoll erfahren, wo sich die Niederschläge den Weg zum Teil durch die Toiletten bahnten und die Geschäftsräume unter Wasser setzten.

Nur eine gute Viertelstunde dauerte der heftige Sturm - dann beruhigte sich der Himmel über der Stadt wieder. Die Aufräumarbeiten werden allerdings noch über die kommenden Tage andauern.

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