Special Prozesse im Allgäu SPECIAL

Prozess
Schwerer Bandendiebstahl: Landgericht Kempten verurteilt Mann (37) zu fünf Jahren Haft

Sie stiegen auf Dächer und seilten sich wie im Film in einen Supermarkt ab. Sie demolierten mit massiver Gewalt Fenster, Türen und Schränke. Sie zerlegten Tresore, um an die Beute zu kommen. Zwischen März und Juni vergangenen Jahres brach eine fünfköpfige Bande aus dem Kosovo in verschiedene Geschäfte und Supermärkte ein. Einer der Täter wurde gestern vor dem Landgericht Kempten zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt.

Die vier anderen Mitglieder sind bereits im Juli rechtskräftig verurteilt worden und sitzen im Gefängnis. Weil einer davon, ein 31-Jähriger, nach dem Prozess "reinen Tisch" machen wollte und ihn stark belastete, stand nun auch der fünfte vor Gericht. Obwohl der Kosovo-Albaner es bis zuletzt abstritt, sah es die 1. Strafkammer als erwiesen an, dass er Mitglied der Bande war, Der Richter ging sogar noch einen Schritt weiter: Er hielt dem Angeklagten vor, Kopf der Bande gewesen zu sein, da er als einziger einen festen Wohnsitz in Deutschland hatte und sich in der Region auskannte. Seine Landsleute seien nur eingereist, um die Diebstähle zu begehen.

Drei Mitglieder, darunter sein Bruder, sagten gestern aus, dass der Angeklagte nichts von den Einbrüchen gewusst habe. Dies wertete die Staatsanwaltschaft als uneidliche Falschaussage. Der 31-Jährige wollte im Zeugenstand gestern nicht viel sagen - aus Angst. In der Hauptverhandlung im Juli hatte ihm ein Mitangeklagter gedroht: "Du bekommst eine Kugel in den Kopf, wenn Du auspackst." Dies bestätigte auch die damals anwesende Dolmetscherin.

Gegen den 37-Jährigen sprach außerdem, dass auf seinem Handy Fotos gefunden wurden, unter anderem mit Geldbündeln und einem aufgeflexten Tresor. Auf einem Video einer Überwachungskamera war sein Auto zu sehen. Die drei, die ihn in Schutz nahmen, behaupteten zwar, sie hätten das Fahrzeug ohne sein Wissen genommen, als er schlief, aber auch das glaubte ihnen der Richter nicht.

Der Verteidiger hatte Freispruch aus Mangel an Beweisen gefordert, weil es außer der Aussage des Mittäters keine echten Anhaltspunkte für die Schuld seines Mandanten gebe. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf sechs Jahre Freiheitsstrafe. Mit fünf Jahren Haft blieb der Richter knapp darunter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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