Konzert
Schweizer Volksmusik wird in Lindenberg neu interpretiert

Wie musikalisch vielfältig das kleine Alpenland Schweiz ist, davon haben die über hundert Zuhörer im Kesselhaus der ehemaligen Hutfabrik Reich in Lindenberg einen Eindruck erhalten. Max Lässer und sein 'Kleines Überlandorchester' machten deutlich, was Volksmusik wirklich ist. Mit volkstümlichen Schlagern hat sie nicht das Geringste zu tun.

Musiker und Musikanten sind es in allen Jahrhunderten gewesen, die sie verbreitet haben. Mit Beschwingtheit und Tiefgang stellten Max Lässer und seine musikalischen Freunde traditionelle Schweizer Tänze und Melodien den Allgäuern vor.

Ihr Repertoire bestehe aus Melodien aus dem vergangenen Jahrtausend, die sie selbst und andere zusammengetragen haben, bei Tanzkapellen oder aus alten Liedheftchen, erzählt Max Lässer. Augenzwinkernd und selbstironisch gibt er zwischen den Stücken Schweizer Anekdoten zum Besten.

Wenn er dann spielt, wird der Bandleader ernsthaft, wechselt zwischen der Akustik-Gitarre und einer auf den Knien gespielten Lapsteel. Töbi Tobler, der seinem Hackbrett die vertrauten Klänge mal sacht, mal temperamentvoll entlockt, legt hier und da leise Jodler darüber. Markus Flückiger, Akkordeonvirtuose aus dem Kanton Aargau, ist mit einer Auswahl von 'Schwyzerörgeli' angereist, wie die diatonischen Akkordeons in seiner Heimat heißen.

Sie sind in verschiedenen Tonlagen gestimmt, und Flückinger lässt mit ihnen auch Elemente einer Tarantella oder eines französischen Musette-Walzers durch die Schweizer Alpentäler tanzen.

Sanft getragen werden die Arrangements von Philipp Küng, der zwischen E- und Kontrabass wechselt. 'Alpensüdseite', 'Hasliberger' oder 'Gletscher Anni' heißen die Lieder. 'Lady Nussbaumer' ist einer 83-jährigen Frau gewidmet, die sich zum 80. Geburtstag 'generalüberholen' ließ und jetzt mit neuer Hüfte läuft wie eine Zwanzigjährige.

Wie sich das anhört? Fröhlich, rhythmisch, kraftvoll. 'Igschneit' ist dagegen besinnlich, freundlich, melancholisch. Voller Schneeflocken mitten im Herbst. Und dem lustigen 'Zigerli' riecht man nicht an, dass er von einem stinkenden Ziegenkäsle erzählt.

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