Memmingen
Schweißperlen für eine ansteckende Leichtigkeit

Es ist atemberaubend, wie die Tänzer ihre Beine über die Bühne jagen. Und wenn manche Bewegung sogar zu schnell für unser Auge ist, so hört man doch zumindest das Klicken der Absätze, die Melodie, die sie spielen. Es ist die Rede von Irish Dance. In der Stadthalle erzählte die irische Tanzgruppe «Dancemasters» eine Geschichte voll von Tanz, Liebe und dem Zauber der grünen Insel.

Die Show handelt von Patrick, einem irischen Tänzer, und Kate, seiner großen, unerreichbar scheinenden Liebe. Es ist eine altbekannte Geschichte, wie sie schon in vielen Filmen und Büchern erzählt wurde. Patrick ist verliebt, Kate vergeben. Es kommt zu Kämpfen zwischen Patrick und Kevin, Kates Freund. Der junge Tänzer gewinnt sowohl den Kampf, als auch die Frau für sich - und am Ende ist selbst die einstige Männerfreundschaft zwischen Patrick und seinem Rivalen gerettet. Dazwischen fällt der Protagonist immer wieder in einen tiefen Schlaf und träumt von vergangenen Zeiten, den Anfängen des Irish Dance, von guten und bösen, aber allesamt fabelhaften Wesen, wie sie in der irischen Mythologie zu finden sind.

Gespannte Körperhaltung

Doch die Faszination, die sich in den Gesichtern der Zuschauer erkennen lässt, baut nicht auf der Lovestory à la Bollywood sondern viel mehr auf der Leistung der 14 Tänzer auf der Bühne. Der Blick auf die fast schon steifen Oberkörper lässt kaum vermuten, in welch rasender Geschwindigkeit die Beine der Tänzer über das Parkett gleiten. Und trotz dieser Dynamik, der gespannten Körperhaltung und einer strengen und bis ins äußerste synchronen Choreographie vermittelt die Show eine ansteckende Leichtigkeit - nicht zuletzt dank der beschwingten und fröhlichen Melodien der irischen Folklore. Obwohl dies ja alles Bestandteile einer Jahrhunderte alten Tradition sind, kommt nicht der Eindruck auf, als wäre der Irish Dance veraltet.

Immer wieder mischt sich unter das Thema der Geige und Gitarre ein harter Bass, der schon fast an Techno erinnert, und die blinkenden Lichter, die glitzernden Kostüme stellen eine meist stimmige Symbiose zwischen Moderne und Brauchtum her.

Wenn den Männern schließlich der Schweiß von der Stirn perlt, dürfen sie sich eine Pause gönnen, während die Musiker das Publikum unterhalten und die Geschwindigkeit des Tanzes in ihre Stücke aufnehmen - so lange, bis sogar der Bogen reißt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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