Schutz gegen Zecken: Nicht barfuß gehen

beim Ärztlichen Kreisverband Memmingen/Unterallgäu (ver). Vor einer erhöhten Zeckengefahr hat der bayerische Gesundheitsminister Werner Schnappauf gewarnt (wir berichteten). Der Biss der Blutsauger kann zu den Erkrankungen Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (-Hirnhautentzündung) führen. Wir sprachen mit Dr. Max Kaplan, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Memmingen-Mindelheim, über die Situation in unserer Region.

Wie groß ist das Risiko in Memmingen und dem Unterallgäu, sich mit Frühsommer-Hirnhautentzündung (FSME) zu infizieren?

Kaplan: Die Krankheit wird von einem Virus ausgelöst, das bei uns noch nicht verbreitet ist. Das heißt, es besteht keine akute Gefahr und eine Impfung ist nicht unbedingt nötig. Da wir aber von betroffenen Regionen bereits eingekreist sind, können wir nicht sagen, wann das Virus auch bei uns auftritt. Wer sich viel in der Natur aufhält oder im Wald arbeitet, sollte sich deshalb impfen lassen.

Zecken übertragen auch Borreliose. Wie kann man sich dagegen schützen?

Kaplan: Die Borreliose wird durch Bakterien ausgelöst. Eine Impfung ist nicht möglich, es gibt auch keine andere Form der Prävention. Erkennen kann man die Krankheit daran, dass sich nach dem Zeckenbiss ein roter Fleck um die betreffende Stelle bildet, der immer größer wird. Stellt man dies fest, sollte man sich sofort zu einem Arzt in antibiotische Behandlung begeben. Das Risiko, nach einem Biss an Borreliose zu erkranken, liegt bei 1:20. Das bedeutet, von 20 gebissenen Patienten erkrankt einer an Borreliose. Bei dieser Krankheit kann es beispielsweise zu Lähmungen kommen.

Durch den milden Winter wird es mehr Zecken geben. Steigt dadurch das Risiko für eine solche Erkrankung?

Kaplan: Ja. Ich rechne damit, dass wir durch das höhere Zecken-Vorkommen auch eine höhere Zahl an Bissen haben werden. Dementsprechend wird es auch deutlich mehr Borreliose-Fälle geben. Die Zahl der Erkrankungen hat bereits in der Vergangenheit zugenommen und in diesem Jahr erwarte ich einen erneuten Schub.

Welche Möglichkeiten gibt es, einem Zeckenbiss vorzubeugen?

Kaplan: Entsprechende Kleidung ist wichtig. Zecken lassen sich nicht nur von Bäumen fallen, sie steigen auch an den Beinen hoch. Man sollte deshalb nie barfuß gehen, sondern Beine und Füße bedecken. Im höheren Gras empfiehlt es sich, auch höhere Schuhe zu tragen. Das gilt im heimischen Garten genauso wie im Wald. Es gibt auch Sprays, die angeblich Zecken abschrecken sollen, aber meiner Erfahrung nach helfen die nicht.

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