Pforzen
Schultüten und Bohrmaschinen

Ein Meer bunter Schultüten. Stolze Kinder und noch stolzere Eltern. Kreissägenlärm und Bohrmaschinen. Normalerweise passt das nicht zusammen. Doch in der Pforzener Grundschule erwartet die Erstklässler am ersten Schultag kein während der Ferien geputztes und saniertes Schulhaus, sondern eine riesige Baustelle.

Die gesamte Schule wird umgebaut. In Richtung des Sportplatzes wird ein einstöckiger Anbau errichtet, in dem sich künftig ein größerer Werkraum befindet. Im Keller entstehen weitere Mittagsbetreuungsplätze, die zusammen mit der neuen Aula schon nach den Weihnachtsferien fertig sein sollen. Mit den neuen Räumen will die Schule ihr Angebot erweitern: «Wenn Interesse besteht, können die Schüler in Zukunft bis 16 Uhr hier bleiben», so Bürgermeister Hermann Heiß. Zusätzlich werden mehrere Klassenzimmer sowie das Rektorat und das Sekretariat umstrukturiert. «Wir erwarten, dass im April alle Bauarbeiten beendet sein werden», versichert der Bürgermeister.

Begrüßung in der Turnhalle

Schulanfang inmitten einer Baustelle, das wird problematisch, dachten viele Eltern anfangs. Doch so schlimm wie anfangs erwartet ist es nicht. Bei ihrer Begrüßungsrede zum neuen Schuljahr spricht Rektorin Karin Nützel sogar von einer Chance: «Die Kinder können beobachten, wie Veränderungen fortschreiten, wie Altes zu Neuem wird. Und wie man eben auch erst mal vermeintliche Nachteile in Kauf nehmen muss, damit dann schließlich Neues und Besseres entstehen kann.» Während sie das sagt, schwebt vor dem Fenster der Turnhalle ein Holzbalken vorbei. Als dann die Viertklässler die Erstklässler mit einem einstudierten Lied willkommen heißen, werden sie von Säge- und Bohrmaschinengeräuschen unterbrochen.

Und um das skurile Bild vollständig zumachen, stehen vor einer freistehenden unverputzten Ziegelwand die Topfpflanzen, die vermutlich einmal ein Klassenzimmer schmückten.

Die Kinder finden das alles eher interessant als schlecht. «Ich finde das spannend und aufregend», meint der sechsjährige Julian, der sich an seinem ersten Schultag nicht von den Unannehmlichkeiten beirren lässt. Auch Christian Kube, Vater eines Erstklässlers, stimmt der Rektorin zu: «So ist das Leben, damit muss man sich abfinden. Außerdem kennt sich unser Sohn mit Baustellen aus, wir bauen nämlich zu Hause auch gerade um.»

Es gibt aber auch schon Kritiker. Ein weiterer Erstklässler, der lieber anonym bleiben will, gab zu bedenken: «Das ist schon spannend, aber es wird sicher schwer, sich zu konzentrieren bei dem Lärm». Baustelle hin oder her. Als die Kinder mit ihren Eltern die Turnhalle verlassen und in ihre neuen Klassenzimmer gehen, denkt niemand mehr daran. Zu groß sind die Aufregung und die Vorfreude.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen