Schulen sind in Sorge um Wintersport

von Armin Dorner
| Lindenberg 'Wir wollen nicht zuschauen, wie alles den Bach runtergeht', sagt Klaus Huber, Sprecher einer Interessengemeinschaft für den Erhalt des Kunsteisstadions am Waldsee. Im Pressegespräch äußert er die Befürchtung, dass die Verantwortlichen der Betreibergesellschaft nach zehn Jahren die Anlage nicht mehr unterhalten wollen.

Am kommenden Montag soll in nicht-öffentlicher Sitzung der Gesellschafterversammlung die Entscheidung fallen, ob die Westallgäuer Kunst- und Freizeit GmbH (WKF) liquidiert werden soll.

Klaus Huber führt eine Menge Argumente an (siehe Info-Kasten), die dafür sprechen, Geld in die Anlage zu investieren. Die Berechnungen schwanken zwischen 300 000 (Geschäftsführer Armin Bauer) und 440 000 Euro (Interessengemeinschaft). 'Diese Summe könnte zumindest auf zwei Jahre verteilt werden', fügt Stadtrat Helmut Böller an, der als Sportreferent und Eishockey-Anhänger von Anfang an für das Kunsteis eingetreten ist.

Unverzichtbar ist nach Architektenmeinung die Trockenlegung des Kellers und die Abdichtung des Daches. Insgesamt sind 160 000 Euro für die Sanierung des Gebäudes veranschlagt. Um die hohen Reparaturkosten zu vermeiden ist zudem die Sanierung der Eisfläche (220 000 Euro) erforderlich, rechnet Huber vor.

Klaus Huber hat eine Reihe von Befürwortern ausgemacht: unter anderem die Volksschulen Scheidegg, Heimenkirch und Lindenberg, das Gymnasium und die St.-Martin-Schule, das Gästeamt Lindenberg, der Bayernpark am Nadenberg, das Hotel 'Tannenhof' in Weiler und den Vorstand des TV Lindenberg. Alle haben auf ein Schreiben von Huber positiv geantwortet.

Der 'Tannenhof' möchte den Gästen und den Seminarteilnehmern der Tagungen das Kunsteis weiter anbieten, die Schulen sind fast gleichlautend 'in großer Sorge' (Volksschule Lindenberg), weil die Schüler im Sportuntericht (Eislaufen ist im Lehrplan verankert) den Platz regelmäßig nutzen. Aufgrund der schneearmen Winter bleibe keine andere Wintersportmöglichkeit übrig. Die Schließung wird als 'deutlicher Verlust' bezeichnet. Auch für den 'Bayernpark' ist das Stadion ein 'attraktives Angebot, das gerne angenommen wird'. Es sei 'ein echtes Werbemittel' für die Stadt.

Das Anliegen von Klaus Huber lautet: 'Wir wollen den Verantwortlichen und der Bevölkerung zeigen, dass sehr wohl Interesse da ist.' Ob es erneut zur Gründung eines Kunsteisfördervereins kommt, wie schon einmal vor 30 Jahren, lässt er offen.

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