Lindau / Westallgäu
Schulen ausreichend versorgt

Mehr Qualität in den bayerischen Grundschulen: Über 1200 Unterschriften haben das Ziel jener Petition an den Landtag bekräftigt, die genau das erreichen wollte. Doch in München wurde sie abgelehnt, unter anderem deswegen, weil «alle Grund- und Hauptschulen im Kreis ausreichend mit Lehrerstunden versorgt sind».

Die Lindenberger Konrektorin und Kreisrätin Angelika Eller-Wiedemann hat vor Monaten die Petition «Unsere Grundschulen müssen im Dorf bleiben» mit auf den Weg gebracht. Angesichts rückläufiger Kinderzahlen haben sie und andere Lehrkräfte aus dem Kreis Lindau Angst um die kleinen Dorfschulen mit der Folge, dass schon die Grundschüler künftig weite Schulwege in Kauf nehmen müssen.

Für die Pädagogin ist klar: Es sind vor allem mehr Lehrerstunden nötig. Doch da haben ihr das Kultusministerium und der Bildungsausschuss des Landtags kurz vor Ende des Schuljahres eine Absage erteilt. Jetzt liegt Angelika Eller-Wiedemann auch die schriftliche Begründung des Ministeriums vor, auf deren Basis der Ausschuss die Petition aus dem Kreis Lindau abgelehnt hat.

So stellt Staatssekretär Marcel Huber unter anderem fest, dass sich die Zahl der Grundschulen in Bayern in den vergangenen Jahren nicht verringert habe. Um Schulstandorte zu erhalten, könnten die Schulämter ja jahrgangskombinierte Klassen bilden.

Im Kreis Lindau hat es 14 dieser «Kombiklassen» gegeben, in denen rechnerisch knapp 22 Kinder gesessen haben. Denen stehen nach Ministeriumsvorgaben pro Woche fünf Differenzierungsstunden (getrennte Gruppen) zu, die auch jede Lindauer Kombiklasse erhalten hat, wie Huber schreibt. Mehr Stunden, wie es die Lindenberger Konrektorin gerne sehen würde, seien nicht notwendig und auch nicht finanzierbar.

Zum einen würden die gewünschten 16 Zusatzstunden dem pädagogischen Konzept der Komibklassen widersprechen, die ein jahrgangsübergreifendes Lernen fördern wollen. Außerdem würden dann bayernweit 134 zusätzliche Lehrerstellen notwendig - es gebe aber keine weiteren Planstellen.

Im Übrigen hält das Kultusministerium «alle Grund- und Hauptschulen im Landkreis Lindau ausreichend mit Lehrern versorgt», wie es schreibt. Es könne nicht nur der komplette Pflichtstoff abgedeckt werden: «Darüber hinaus hat jede Schule ein begrenztes Stundenkontingent, das für Arbeitsgemeinschaften oder zusätzlichen Förderunterricht vorgesehen ist.»

Die Initiatoren der Petition sind enttäuscht: «Ich bedaure, dass damit für die Sicherung der Unterrichtsqualität in den Grundschulen entschieden zu wenig getan wird», stellt Eller-Wiedemann fest. «CSU und FDP vernachlässigen unsere Grundschulen», protestiert die Pädagogin - für sie mit ein Grund, weshalb 2007 «jeder zehnte Schulabgänger keinen Abschluss hatte».

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