Bildung
Schulamt muss mit Schulklassen in Haldenwang jonglieren, um Budget einzuhalten

Alle Kleinstschulen im Oberallgäu können nur dann wie geplant erhalten bleiben, wenn bei großen Schulen bei der Klassenbildung Abstriche gemacht werden. Dieses «Puzzlespiel» führte nach Worten von Schulamtsleiter Thomas Novy dazu, dass in der Grundschule Haldenwang eine jahrgangsübergreifende Kombiklasse mit Schülern der dritten und vierten Klasse gebildet werden sollte.

Das wollten Haldenwanger Eltern aber nicht hinnehmen: Sie protestierten, sammelten Unterschriften. Das Schulamt plante tatsächlich um, allerdings aus anderen Gründen als den Argumenten der Eltern, wie Novy betont.

Jahr für Jahr gibt es bei der Planung für die Klassen des nächsten Schuljahrs Proteste. Das Schulamt hat ein Gesamtbudget an Lehrerstunden und muss dieses auf die Schulen verteilen. Zurzeit unterrichten im Amtsbezirk Oberallgäu/Kempten/Lindau 1400 Lehrer.

Auf dieser Basis wird festgelegt, wie viele Klassen mit wie vielen Schülern es geben wird. << Eine klare Vorschrift dazugibt es nicht, >> erläutert Novy. Das Schulamt muss lediglich darauf achten, dass die staatlich vorgegebenen Höchstgrenzen der Klassenstärken nicht überschritten werden.

Klares Ziel der bayerischen Staatsregierung sei, alle noch bestehenden Schulen zu erhalten. Dies so Novy, habe ihm erst kürzlich der neue Kultus-Staatssekretär Thomas Kreuzer wieder versichert. Möglich sei dies allerdings nur durch Flexibilität, und dazugehöre, an einzelnen Schulen jahrgangsübergreifende Klasse zusammenzustellen. Momentan gibt es neun Kombis mit Erst- und Zweitklässlern sowie sechs Kombis mit Dritt- und Viertklässlern.

In Haldenwang war eine weitere solche Klasse geplant. Doch Eltern liefen Sturm dagegen und sammelten Dutzende Unterschriften. Das Problem der Klassenbildung sei ihnen auch bewusst, schreibt Elternbeiratsvorsitzende Karina Maier in einem Brief ans Kultusministerium: << Dieses Problem lösen Sie aber bitte nicht auf dem Rücken unserer Kinder. >>

Schüler seien bereits in den zurückliegenden Jahren immer wieder in neue Klassenverbände gesteckt worden. In der vierten Jahrgangsstufe, in der es um die Übertrittszeugnisse für weiterbildende Schule gehe, sei dies aber nicht hinnehmbar: << Wir fordern Kontinuität. >>

Schulamtsleiter Novy kann die Elternbedenken schwer nachvollziehen. Wo es Kombiklassen gebe, werden sie angenommen. Es gebe nirgends Beschwerden: << Pädagogisch ist das Modell sinnvoll >>.

Kombiklassen würden vielmehr völlig ungeahnte Probleme ganz anderer Art verursachen. Sie hätten oftmals nur 15 oder Schüler. Die Folge: In den daneben bestehenden Regelklassen sitzen plötzlich 26 oder 27 Schüler. Und solch große Klassen will das Schulamt vermeiden, weshalb es auch in Haldenwang umplante.

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