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Schüsse im Alex-Zug zwischen Kempten und Kaufbeuren: Erster Prozesstag beendet

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Am Donnerstag, um 9 Uhr, hat der Prozess gegen Michael W. vor dem Kemptener Landgericht begonnen. Der 45-Jährige soll mit seinem getöteten Komplizen Victor P. für die Schießerei im Alex am 21. März 2014 verantwortlich sein. Der erste Prozesstag wurde um etwa 15.30 Uhr beendet.

Update:

Der Prozess ist für heute beendet. Er wird am kommenden Donnerstag, 5. März, fortgesetzt.

Update:

Nach einer kurzen Pause geht die Zeugenbefragung weiter. Ein weiterer Passagier aus dem Alex-Zug wird vernommen. Er beschreibt, wie die Kontrolle eskalierte. Er habe gesehen, wie ein Polizist mit Blut überströmt an ihm vorbeigelaufen ist. Wie auch bei den Aussagen zuvor schaut Michael W. stur und teilnahmslos in den Raum.

Update:

Jetzt sagt ein Sachverständiger aus. Der Waffeningenieur hat mehrere Gutachten zu denen im Fall relevanten Schusswaffen erstellt. Laut seinen Untersuchungen hatte der LKA-Beamte die Waffe, die der Angeklagte zuvor dem Bundespolizisten entwendet hatte, mit einem Schuss getroffen. Auch der Angeklagte scheint getroffen worden zu sein.

Update:

Das Gericht vernimmt eine weitere Zeugin. 'Ich bring euch alle um', soll jemand gerufen haben. Wer genau, kann sie nicht sagen. 'Ich hatte echt Todesangst', sagt die Zeugin. Sie habe noch immer psychische Probleme und Angstzustände seit dem Vorfall.

Update:

Die nächste Zeugin wird befragt. Sie war Fahrgast im Alex-Zug. Der geschlagene Polizist sei regelrecht 'blutüberströmt' gewesen, sagt die Frau. Wie bei allen Zeugenaussagen bleibt Michael W. beinahe regungslos.

Update:

Pünktlich um 13:15 wird Michael W. wieder in den Saal geführt, der Prozess geht mit der Zeugenbefragung des zweiten Zugbegleiters weiter. Etwa 20 Prozessbesucher sind noch im Gerichtssaal. Der Zeuge beschreibt die Situation im Zug als "chaotisch". Er kenne solche Situationen nur aus dem Fernsehen.

Update:

Pause für das Gericht, Arbeit für die Fernseh-Journalisten. Bei schönstem Sonnenschein vor dem Kemptener Landgericht nehmen die Kollegen Beiträge für die Mittagsnachrichten auf.

Update:

Der Prozess geht in die Mittagspause, der Angeklagte Michael W. wird mit Handschellen abgeführt. Weiter geht es um 13:15 Uhr. Nach der Pause soll der Lokführer vernommen werden.

Update:

Als Nächstes wird ein Schaffner des Alex-Zugs vernommen. Er hatte dem LKA-Beamten die Schießerei gemeldet. Während seiner Aussage blickt der Angeklagte mit immergleicher Miene stoisch nach vorne, wirkt beinahe unbeteiligt. Der Zugbegleiter beschreibt die Stimmung im Zug: "Frauen haben geweint, Kinder geschrien."

Update:

Nach der letzten Zeugenvernehmung eines weiteren verletzten Bundesbeamten wird ein LKA-Beamter als Zeuge erscheinen, der als Fahrgast zufällig im Alex saß. "Da vorne ist eine Schießerei, alles ist voller Blut", soll ein Zugbegleiter zu dem Polizisten gesagt haben. Der LKA-Mann sei daraufhin in Richtung der Schüsse gelaufen, wo er auf einen der beiden Bundespolizisten traf. Im letzten Abteil kam es dann zum Schusswechsel mit dem Angeklagten. Auf die Frage von Richter Schwiebacher, ob er auch verletzt wurde, sagt der aus Immenstdt stammende LKA Beamte: Durch die Schüsse bekam ich ein Knalltrauma. Nächste Woche findet nochmals eine Nachuntersuchung statt. Der Richter fragt:Wie geht es Ihnen psychisch? Der Zeuge: Mir geht es gut.

Update:

Nach einer kurzen Pause geht es mit der Befragung des zweiten Bundespolizisten weiter. Mittlerweile sind neben rund 15 Medienvertretern etwa 30 Besucher im Saal, die bei der Aussage des Beamten zuhören. 'Blitzschnell' sei der erste Schuss aus der Schreckschusswaffe gefallen, sagt der Mann. Später hätte ihm der Komplize von Michael W. mehrmals auf den Kopf geschlagen. Danach war seine Waffe weg. Der Angeklagte soll später gerufen haben: 'Ich knall euch ab, mich kriegt ihr nicht.'

Update:

Es ist Verhandlungspause. Der Angeklagte wurde in Handschellen aus dem Saal gebracht. Er wirkt gleichgültig und unbeteiligt und verfolgte die Zeugenaussage des Polizeibeamten über den damaligen Schusswechsel teilnahmslos. Er schaut mit verschränkten Armen stur gradeaus. Michael W. wirkt absolut unscheinbar mit Brille und Schnauzbart und er hat eine große Narben auf der Stirn.

Update:

Der erste Zeuge ist einer der beiden Bundespolizisten, die Michael W. und seinen verstorbenen Komplizen Victor P. kontrollieren wollten. Er schildert, wie er vom Angeklagten überwältigt worden ist. Später hätte der Angeklagte auf ihn geschossen, sagt der Mann. Dreimal wurde der Beamte getroffen, zwei Projektile gingen in die Schutzweste - eine Kugel verletzte ihn schwer am Oberschenkel. Durch die Schießerei sei er bis ans Ende seines Lebens beeinträchtigt. 'Außendienst ist für mich nicht mehr drin.'

Update:

Während der Staatsanwalt die Anklageschrift verliest, lehnt Michael W. lässig auf der Anklagebank und schließt immer wieder die Augen. Auf die Fragen des Richters nach seinem Lebenslauf antwortet Michael W. lethargisch und wortkarg. Richter Schwiebacher sagt: 'Jetzt lassen sie sich doch nicht alles aus der Nase ziehen.' Eine Dolmetscherin sitzt daneben, wird aber zumindest anfangs nicht gebraucht: Der Angeklagte kann den Schilderungen von Gericht und Staatsanwalt folgen und formuliert das wenige, das er aussagt, in ordentlichem Deutsch.

Update:

Der Prozess hat begonnen, die Anklage wird verlesen.

Update:

Michael W. ist im Gerichtssaal angekommen. Er erträgt das Blitzlichtgewitter der über zehn Fotografen, blickt gelassen in die Kameras. Die Verhandlung wird einige Minuten nach 9 Uhr beginnen.

Der Angeklagte wurde in Handschellen hereingeführt. Er trägt ein schwarzes Hemd, eine schwarze Lederjacke, er hat eine Glatze mit schmalem Haarkranz und wirkt unscheinbar und deutlich älter als 45 Jahre. Er gibt sich wortkarg, schaut meist zu Boden.

Update:

Etwa 20 Prozessbesucher wurden schon in den Saal eingelassen. Alles läuft etwas gelassener ab als beim Prozess gegen den ehemaligen Chef-Drogenfahnder der Kemptener Polizei. Ein Besucher erzählt er wolle sich "nur mal so eine große Verhandlung anschauen".

Update:

Laut Landgerichts-Sprecher Robert Kriwanek sollen heute auch die drei Polizeibeamten aussagen, die bei der Zugschießerei verletzt wurden. Das Medieninteresse in diesem Fall scheint höher als das Interesse der Besucher. "Es gab schon einige Anfragen", sagt der Pressesprecher

Update:

Noch ist es ruhig vor dem Kemptener Landgericht. Nur vereinzelt warten Menschen in der Kälte auf Einlass ins Gerichtsgebäude. Zum Vergleich: Beim Prozess gegen Armin N. standen die Menschen schon um 7 Uhr Schlange.

Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Mord, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Strafvereitelung, Diebstahl, gefährliche Körperverletzung. Für den ersten von fünf geplanten Prozesstagen sind zehn Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Bereits am 16. März könnte das Urteil fallen.

Mehr über die Zugschießerei erfahren Sie in unserem Dossier " haben wir die Ereignisse des Großeinsatzes zusammengefasst.

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