Berufsoffensive
Schülerinnen der Marienrealschule blicken hinter die Kulissen eines Hotels

Schmutzige Teller abräumen, Betten machen und Zimmerschlüssel verteilen - dass die Arbeit in einem Hotel aus weit mehr als diesen, oft als undankbar bezeichneten Tätigkeiten besteht, wissen nun auch die Schülerinnen der 8c der Marienrealschule in Kaufbeuren. Den Praxisteil der Berufsoffensive unserer Zeitung und ihrer Partner absolvierte die Klasse jüngst im Hotel König-Ludwig in Schwangau. «Ich habe die Berufssparten auch völlig unterschätzt, deshalb war der Tag sehr aufschlussreich für mich», erzählt Monika Lachner. Die 14-Jährige ist sich zwar schon sicher, eher eine technische Ausbildung absolvieren zu wollen, allerdings sei der Ausflug keine Verschwendung gewesen.

Nach einer Führung durchs Hotel mit einem Blick in die neu gestaltete Sauna- und Badewelt sowie Küche und Zimmer durften die Mädchen dann auch selbst aktiv werden. Ob an der Rezeption Post für die Gäste sortieren, Serviettenfalten in der Küche oder Cocktails mixen an der Bar - «inzwischen weiß ich, wie viel mehr zu einem Beruf in der Hotellerie gehört», so Lachner. Auch ihre Freundin Miriam Fröhlich ist beeindruckt und möchte nun sogar ein Praktikum in einem Hotel absolvieren. «Man muss nicht nur praktische Tätigkeiten verrichten, auch die Gästebetreuung ist ein wichtiger Faktor», weiß die 14-Jährige. Dafür sei Wissen über die Umgebung und die Region Allgäu wichtig, aber auch Sprachkenntnisse seien gefordert. Besonders gefallen hat der 13-jährigen Franziska Zech die Aufgabe, im Zimmerservice zehn Makel in einem Hotelzimmer zu finden.

«Das war gar nicht so leicht, hat aber echt Spaß gemacht.»

Auch Lehrerin Barbara Wirth, die die Klasse gemeinsam mit ihrem Kollegen Daniel Samland begleitet hat, ist von dem Konzept der Berufsoffensive überzeugt. «Ich finde es wichtig, auch einmal vor Ort zu sein. Wir haben zwar mit dem Planspiel die einzelnen Berufe im Tourismus vorab beleuchtet, aber selbst anzupacken und Fragen stellen zu dürfen, ist ein zusätzlicher Vorteil.» So hätte die Klasse denn auch von den Aufstiegschancen und der Möglichkeit, auf der ganzen Welt arbeiten zu können, erfahren. Die Themen Werbung für den Tourismus und Löhne seien ebenfalls angesprochen worden.

Image aufpolieren

Da der Tourismus in der Region als Berufssparte nach wie vor unterschätzt werde, hat Wirth auch nichts dagegen, das Informationsmaterial der Berufsoffensive auch künftig zu nutzen. Das Image der in diesem Jahr neu dazugekommenen Berufe im Gesundheits- und Wellnessbereich gelte es ebenfalls aufzupolieren. «Leider konnten diese Tätigkeitsfelder in Schwangau noch nicht näher vorgestellt werden, weil der Betrieb in dieser Richtung erst angelaufen ist», so Wirth. Dafür gebe es dann im kommenden Jahr wieder etwas Neues zu entdecken.

www.berufsoffensive.de

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