Frühstudium
Schülerin aus Bad Grönenbach schneidet nach Informatik-Vorlesung mit sehr gut ab

«Als Hochbegabte sehe ich mich nicht», sagt Claudia Wegmann aus Bad Grönenbach (Unterallgäu). Dabei hat die 19-jährige Abiturientin neben der 13. Klasse an der Fachoberschule Memmingen im vorigen Wintersemester bereits zu studieren begonnen: An der Hochschule Kempten schnupperte sie als Frühstudentin Campus-Luft und vertiefte sich jeden Donnerstag in die Programmierkunst. Diese Doppelbelastung von Schule und Studium meistern nur besonders begabte Schüler, die von ihrer Schule für ein Frühstudium empfohlen werden.

«Das Lernen fällt mir halt relativ leicht», erklärt Claudia bescheiden. Leicht tut sie sich auch mit Dingen, für die sich sonst vor allem Männer interessieren: Die Prüfung zur Vorlesung Softwareentwicklung und Programmieren 1a hat sie mit 1,3 abgelegt. «Das ist eine sehr, sehr gute Leistung», lobt Professor Georg Hagel. Zumal die Durchschnittsnote der etatmäßigen Studenten 3,9 betragen habe.

25 Teilnehmer in Kempten

In Kempten können Oberstufenschüler seit Herbst 2010 «frühstudieren». Und 25 Mädchen und Jungen haben das Angebot laut Stephanie Liebl von der Hochschule Kempten bereits genutzt. Bundesweit läuft das Programm seit 2000.

Claudia hat sich für Wirtschaftsinformatik entschieden. Sie spielt gern das virtuelle Rollenspiel «Sims» und möchte später vielleicht beruflich Computerspiele programmieren. Deshalb ist sie immer donnerstags von Bad Grönenbach nach Kempten zu vier Stunden Informatik gefahren - mit dem eigenen Auto. «Jetzt kenne ich mich in Kempten ganz gut aus und weiß, wo es Parkplätze gibt», sagt Claudia schmunzelnd.

Fragen in der Übung beantwortet

In der Vorlesung ist sie gut mitgekommen. An zwei Stunden Vortrag von Professor Hagel hat sich immer die Übung angeschlossen. «Da konnte man fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat.» Ein bisschen anders als im Klassenzimmer sei es im Hörsaal aber schon gewesen. «Da hört man hauptsächlich zu, in der Schule ist aktivere Mitarbeit gefragt.

» Doch den aktiven Teil gibt es auch an der Hochschule: Hausaufgaben aus der Übung müssen Woche für Woche gelöst werden. Einen Nachmittag am Wochenende hat Claudia dafür gebraucht.

Ihr Einsatz zahlt sich nun aus: Die bestandene Prüfung wird ihr angerechnet, wenn sie im Oktober ihr Informatikstudium in Kempten beginnt. Weil der Schülerin das Programmieren so viel Spaß gemacht hat, möchte sie dabei bleiben und das Handwerk von Grund auf lernen. Am Campus wird sie dann auch Kontakte zu anderen Studenten knüpfen können. Das sei im Frühstudium bei einem Termin in der Woche noch kaum möglich gewesen, erzählt Claudia.

Auf dem Hochschulgelände kennt sie sich jedenfalls aus. In der Mensa hat Claudia Prüfung geschrieben, das Essen wird sie als richtige Studentin testen. Und weil sie auch im Programmieren keine blutige Anfängerin mehr ist, wird sie neben dem Studium sicher Zeit für ihre beiden Pferde finden. «Um die kümmere ich mich zusammen mit meiner Schwester», sagt Claudia - und fährt zurück nach Bad Grönenbach. Ende Mai beginnen die Abiturprüfungen.

Dafür hat sie sich das Sommersemester frei genommen.

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