Schülerchronik geht in die Annalen ein

Marktoberdorf/Bertoldshofen | sg | Es sind Raritäten, die sich zumeist nur im Privatbesitz befinden: Alte Schülerarbeiten. Eine Besonderheit darunter ist eine Chronik, die im Schuljahr 1951/52 in Bertoldshofen entstand. Lehrer Benatzky hatte seinen Schülerinnen und Schülern die Aufgabe gestellt, das Dorfgeschehen in diesem Schuljahr festzuhalten. Theresia Mailänder hat das Original nun dem Stadtarchiv übergeben.

Die Bertoldshofenerin hatte die Ausstellung 'Die Macht der Akten' im Künstlerhaus besucht, in der Aspekte der Geschichte der Ortsteile anhand verschiedener historischer Dokumente dargestellt sind. Und sie hat sich an die Chronik erinnert. 'Eine wirklich originelle und wunderschöne Archivalie', wie Ursula Thamm befindet.

Sie hatte die vorhandenen Dokumente aus den Marktoberdorfer Ortsteilen für das Stadtarchiv geordnet und die Ausstellung zusammengestellt. 'Sie kommt sehr gut an', freut sich Ursula Thamm, die in den kommenden Wochen noch eine ganze Reihe von Führungen vor sich hat. 35 Jahre nach der Eingemeindung der Ortsteile erlaubt diese Ausstellung einen informativen Ausflug in die Vergangenheit.

Ob es sich um die älteste Urkunde von 1551 aus Sulzschneid handelt, eine Rechnung für Hochwasserschutzmaßnahmen von 1956 aus Thalhofen, ein Schreiben des Königlichen Landgerichtes Oberdorf von 1807 aus Rieder, die Aufzeichnung der Brückenweihe in Leuterschach von 1843, das Zensurenbuch von 1837 aus Geisenried oder die Kopie einer Urkunde, die schon im 16. Jahrhundert eine erste Gemeindeordnung in Bertoldshofen belegt: Dies alles sind wichtige Zeugen der Geschichte.

Dokumentiert ist aber auch zum Beispiel die Erweiterung der Schule von Bertoldshofen Anfang der 1950er Jahre. Lehrer Benatzky hatte dies zum Anlass genommen, seine Schüler die Dorfchronik für ein Jahr erstellen zu lassen.

Die Schüler hielten darin in Wort und Bild nicht nur die Veränderungen an ihrer Schule fest. Vielmehr dokumentierten sie auch Hochzeiten und Todesfälle, die Gründung des Gartenbauvereins und sogar das Wetter. Diese Chronik nahm Ursula Thamm sogleich in die Ausstellung auf.

Geöffnet ist die Ausstellung im Künstlerhaus in Marktoberdorf noch bis 16. September, Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr. Führungen auf Anfrage unter Telefon 08342/4008-0.

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