Weiler
Schüler finden: Tierschutzpartei und Piraten an die Macht

Wenn es nach den Achtklässlern der Hauptschule Weiler geht, sind Tierschutz- und Piratenpartei auf jeden Fall in der neuen Regierung dabei - vielleicht in einem Bündnis mit der CSU. Das ist das Ergebnis einer Wahl-Aktion der 8M, bei der rund 70 Schüler an die Wahlurne getreten sind. Bei den Direktmandaten hatte Dr. Gerd Müller von der CSU mit 27,4 Prozent der Stimmen die Nase vorn. 22,6 Prozent gaben ihre Stimme Reinhard Strehlke von der SPD.

Seit Beginn des Schuljahres vor gut eineinhalb Wochen setzt sich die 8M mit dem Thema Wahl auseinander. Begonnen hat alles mit der Wahl zum Klassensprecher, die bewusst gegen die demokratischen Grundsätze verstoßen hat, wie Klassenlehrer Eberhard Trubel sagt. Es gab Stimmzettel, auf dem nur einer der zwei Kandidaten zu finden war, verschwundene Urnen und im Endergebnis mehr Stimmen als überhaupt Schüler in der Klasse sind. Initiiert wurden diese Ungereimtheiten von Trubel, der seine Schüler damit neugierig machen wollte.

Wie nennt man ein Regierungsbündnis? Was ist ein Tortendiagramm? Und wer wählt eigentlich Bundeskanzler/-kanzlerin? Dass das Thema Wahl eine Mischung aus Deutsch, Mathe und GSE (Geschichte, Sozial- und Erdkunde) ist, gefällt dem 13-jährigen André Gaschler besonders gut.

«Das ist mal was ganz anderes», sagt er. Klassenkamerad Florian Rhode (13) findet es «richtig gut, mal was über Wahl zu machen». Bevor das Thema im Unterricht dran kam, hatten er und seine Klassenkameraden so gut wie keine Ahnung davon, was Bundestagswahl eigentlich bedeutet.

Mit Rollenspielen geübt

Nach einer geheimen Wahl mit rund 80 Erwachsenen beim Feneberg haben die Hauptschüler in Gruppen Plakate entworfen, auf denen die Wahlergebnisse festgehalten sind. Der 13-jährigen Michelle Steiner hat die Umfrageaktion geholfen, ihre Angst davor zu überwinden, fremde Leute anzusprechen, wie sie sagt. «Wir haben das im Vorfeld in Rollenspielen geübt; Umgangsformen; wie verhalte ich mich?», sagt Trubel.

Die Ergebnisse und allgemeine Informationen zum Wählen hängen in der Eingangshalle der Schule an Stellwänden, sodass jeder einen Blick darauf werfen kann. «Für die echte Wahl müssen wir die Wände allerdings wegstellen, damit niemand von unseren Ergebnissen beeinflusst wird», sagt Lehrer Trubel mit Blick darauf, dass in der Volksschule morgen die Urnen stehen.

Dem Klassenlehrer war es wichtig, bei seinen Schülern das Interesse für Politik zu wecken, damit sie «vielleicht sogar ein bisschen mehr Ahnung haben als manche Eltern».

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