Kempten
Schrittweise zum Vorreiter im Klimaschutz

Ein weiterer Schritt Richtung «Kempten - eine Vorzeigestadt im Klimaschutz» soll mit dem sogenannten Klimaschutz-Teilkonzept gelingen. Dazu überprüfen unabhängige Energieberater städtische Gebäude auf Schwachstellen und erarbeiten anschließend einen Maßnahmenkatalog. Dieser soll zeigen, welche Sanierungen Vorrang haben. Die Stadt sieht sich dabei als Vorbild für Unternehmen und private Haushalte.

l Städtische Gebäude: «Der Maßnahmenkatalog wird alle 67 städtischen Liegenschaften beinhalten», erläutert der kommunale Energiemanager Hans Räth. Fertig sein soll die Prioritätenliste im Frühjahr 2011. Sie wird nach Räths Worten vermutlich mehrere hundert Schwachstellen aufzeigen. «Und dann prüfen wir: Was bringt eine Sanierung? Was kostet sie? Nach welcher Zeit zahlt sie sich aus? Und wie viel Kohlendioxid wird dadurch gespart?», erklärt Räth weiter. Was schließlich wann an welchem Gebäude getan wird, bleibe allerdings Entscheidung des Stadtrats. Unterstützt wird das Projekt mit rund 212000 Euro (rund 80 Prozent der Gesamtkosten) vom Bundesumweltministerium. Auch würden viele Maßnahmen bereits mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket angepackt (wir berichteten).

l Erfolge messbar machen: Die Sanierung öffentlicher Gebäude ist nach Oberbürgermeister Dr.Ulrich Netzers Worten jedoch nur ein Baustein, um eine Vorzeigestadt im Klimaschutz zu werden. Um den Gesamterfolg des strategischen Ziels messbar zu machen, hat die Stadt das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) damit beauftragt, eine CO2-Bilanz zu erstellen. «Dabei wird es sich um eine Statistik über den gesamten Energieverbrauch und somit auch über die CO2-Emissionen der Stadt handeln», erläuterte Eza-Geschäftsführer Martin Sambale. Etwa ein halbes Jahr habe Eza an der Bilanz gearbeitet, die dem Stadtrat am 6. August vorgestellt wird. Ziel sei, einen Istzustand zu präsentieren und damit eine Grundlage für politische Entscheidungen zu schaffen.

«Konkretes muss sich ergeben»

l Private Haushalte und Unternehmen: Diese Entscheidungen sollen laut Netzer so getroffen werden, dass Haushalte und Unternehmen angespornt werden, weniger CO2 auszustoßen. Beispielsweise will die Kommune Firmen informieren, ihnen Ideen und Impulse liefern und zeigen, dass Ökologie und Ökonomie nicht im Widerspruch stehen. «Konkretes muss sich die nächsten Jahre ergeben», sagt Netzer. Ob die Stadt privaten Haushalten finanzielle Anreize geben wird, energetische Sanierungen vorzunehmen, lässt er offen. Schließlich sei zu bedenken, dass es bereits verschiedene Fördermittel von Bund und Freistaat gebe. Auch betont Netzer, dass Privatleute in den letzten Jahren bereits viel für den Klimaschutz getan hätten.

l Verkehr: Fraglich findet Netzer, ob der Verkehr in der Stadt verringert werden soll. Denn CO2 würden die Autos trotzdem ausstoßen, nur eben woanders. «Der Hebel ist eigentlich bei der Technologie anzusetzen», meint der OB, «Elektro- und Hybridauto sind hier die entscheidenden Stichworte».

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