Mauerstetten / Wetter
Schon wieder ein Grund zum Jubeln

Am Freitag waren sie aufgebrochen, am Sonntagmorgen um halb sieben kehrten sie heim. Doch alle Strapazen von zwei langen Busfahrten und einem kräftezehrenden Match waren vollkommen nebensächlich, als Spielerinnen und Trainer des SV Mauerstetten gestern wieder das Allgäu erreichten. Denn aus dem Bus stieg der neue Tabellendritte der zweiten Volleyball-Bundesliga - ein Umstand, der während der gesamten Heimfahrt gebührend gefeiert worden war. Möglich wurde das durch einen 3:2-Sieg (25:22, 20:25, 22:25, 25:16, 19:17) beim Aufsteiger TV Wetter. «Eigentlich darfst du so ein Spiel gar nicht gewinnen», schmunzelte Trainer Hubert Hermann hinterher.

Denn der TV Wetter war in keinem Bereich mehr mit dem Team zu vergleichen, das vor zwei Jahren mit dem SVM aufgestiegen, im Gegensatz zu Mauerstetten aber sang- und klanglos sofort wieder abgestiegen war. Nun versuchen die Hessen einen neuen Anlauf - das Ergebnis gegen den SVM blieb aber dasselbe. Wetters Trainer und die Zuschauer hätten nach der Partie nur den Kopf geschüttelt und sich gefragt, wie denn diese kleinen Allgäuerinnen dort die Punkte entführen konnten. Und auch Hermann wunderte sich: «Die sind so groß, haben so eine Schlaghärte und Sprunghöhe, dass sie uns eigentlich aus der Halle hätten schießen müssen.»

Aber da war schließlich die SVM-Abwehr, die etwas dagegen hatte. Gestützt auf ihre einmal mehr überragende Libera Uljana Miller kratzten die Mauerstettenerinnen selbst unmöglich scheinende Bälle noch vom Boden und boten über fünf Sätze eine fehlerfreie Annahme. «Da wird jeder Gegner verrückt, wenn er ständig wie gegen eine Mauer spielt», freut sich Hermann. Im Gegensatz zum SVM hätten die Gastgeberinnen allein in den letzten zwei Sätzen ein gutes Dutzend Annahmefehler produziert. «Das war am Ende spielentscheidend», so Hermann.

Im ersten Durchgang hatte der SVM die Nervosität des Aufsteigers zu seinen Gunsten genutzt und den Satz mit 25:22 für sich entschieden. Dann kam Wetter ins Rollen und Hermann ins Grübeln, ob der Gegner sein Team noch einmal zurück ins Match kommen lässt. «Mit einer 1:3-Niederlage hätten wir eigentlich zufrieden sein müssen», so der Coach.

Aber seine Mannschaft wuchs einmal mehr über sich hinaus. Kapitän Steffi Hildebrandt legte im vierten Satz eine grandiose Aufschlagsserie hin - und der SVM war mit sieben Punkten auf 16:9 davongezogen. Ein Vorsprung, den sich die Mannschaft nicht mehr nehmen ließ.

Was dann folgte, war nicht wirklich überraschend, wenn man die Statistik der vergangenen Spielzeiten unter Trainer Hubert Hermann kennt: Der SVM blieb wie so oft nervenstark, gewann den Tiebreak 19:17 und damit das Match mit 3:2. In 29 von 33 Fällen unter seiner Regie klappte ein Erfolg im Entscheidungssatz, erzählt Hermann stolz. Nur Matchwinner war diesmal eine, mit der vorher niemand gerechnet hätte. Steffi Bauer vertrat Eva Schilf (Polizei-Europameisterschaft) auf der Diagonalposition. Nach zögerlichem Start mit ein paar Fehlern steigerte sie sich im Lauf des Matchs und lief am Ende zur Höchstform auf.

Mutig schlug sie gegen Matchball der Gastgeberinnen auf, schaffte zwei Asse und durfte kurz später mit ihrem Team jubeln. «Das muss man in so einer Situation erst einmal hinbringen», hatte Hermann ein Sonderlob übrig.

Sonderlob für ganzes Team

Das sich natürlich die ganze Mannschaft verdient hatte, schließlich waren die meisten Spielerinnen unter der Woche krank und schafften trotzdem diese Energieleistung. Als Lohn gab es den dritten Sieg in Folge und damit den dritten Tabellenplatz nach dem Viertel der Saison. «Ich denke, jetzt werden in Mauerstetten einige Scheren herausgeholt, um sich die Tabelle einzurahmen», lachte Hermann.

Auch wenn der SVM derzeit so gut dasteht wie noch nie, bleibt der Coach realistisch: «Wir sind leistungsmäßig am Limit. Die anderen werden noch stärker. Aber aktuell freuen wir uns einfach über den tollen dritten Platz.»

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