Schon 1760 Unterschriften für Tickets im Bahnhof

von Reinhold Löchle | Marktoberdorf/München/Kempten 'Ich habe fest damit gerechnet, dass der Fahrkartenschalter wieder in den Bahnhof zurückkehrt', stellt Franz Josef Bietsch klar. Der Ofterschwanger kaufte im Sommer 2006 einen Teil des Marktoberdorfer Bahnareals samt Bahnhof. Was die Bahn jahrelang nicht geschafft hatte, gelang den Investoren Bietsch & Mendler: In dem attraktiv sanierten Bahnhof herrscht heute wieder geschäftiges Leben. Was Bürger allerdings erzürnt: Die Bahn weigert sich nach wie vor, den vor über drei Jahren in den 'Kaufmarkt' ausgelagerten Ticketschalter wieder im Bahnhof anzusiedeln. 1760 Unterschriften für eine Rückkehr des Schalters sammelten die Pächter des neuen Bahnhofkiosks, Rainer und Rosi Mix, in den vergangenen drei Monaten - und zwar ohne Werbung für die Aktion zu machen.

An manchen Tagen erkundigten sich schätzungsweise an die 100 Bahnkunden (meist erfolglos) bei ihm wegen einer Fahrkarte oder Bahnverbindung, macht Rainer Mix deutlich, wie sehr den Reisenden ein Ticketschalter im Bahnhof fehlt. Er hofft sehr, endlich Karten verkaufen zu können - nicht zuletzt deshalb, um endlich den Service anbieten zu können, den Bahnkunden von einem Bahnhof erwarten.

Doch Mix’ Hoffnungen hierauf sind inzwischen ziemlich gedämpft. Denn seit der Eröffnung seines Kiosks hat sich in dieser Sache trotz der Bemühungen verschiedenster Seiten - angefangen vom Bürgermeister über die Investoren bis hin zum CSU-Ortsverband und dem Bundestagsabgeordneten Kurt Rossmanith - eigentlich nichts getan. Nun hoffen er und Investor Bietsch auf die 'Überzeugungskraft' von fast 1800 Unterschriften.

Bietsch macht aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. Schließlich habe er den Bahnhof auch deshalb gekauft, um ihn der Bevölkerung zu erhalten. Doch weder die Bahn noch Feneberg machten den entscheidenden Schritt für eine Rückkehr des Schalters, bedauert er.

Bürgermeister Werner Himmer nahm in den vergangenen vier Wochen zweimal Kontakt zur Bahn auf und wies auf die ärgerliche Situation hin. Nun habe ihm die Bahn ein Gespräch mit einem Verantwortlichen zugesichert, sagte Himmer auf Nachfrage der AZ. Bei dieser Gelegenheit sollen auch die Unterschriftenlisten übergeben werden.

Wie berichtet, sieht die Deutsche Bahn keinen Grund, das Vertragsverhältnis mit Feneberg zu kündigen. Bei Feneberg ist es ähnlich: 'Die Zusammenarbeit ist gut', betonte vor kurzem Geschäftsführer Hannes Feneberg. Sollte sich die Bahn doch dazu entschließen, den Fahrkartenschalter zurückzuverlegen, werde man keine Steine in den Weg legen. Wenn die Bahn die Firma Feneberg nicht mehr als Vertragspartner wolle, müsse sie den Vertrag kündigen. Feneberg: 'Wir von uns aus machen dies nicht.'

Der Geschäftsführer vertritt die Ansicht, dass es einen Unterschied mache, ob ein größeres Unternehmen oder ein Einzelunternehmer den Schalter betreibe. So könne sein Unternehmen mehrere Schalterkräfte ausbilden und im Krankheitsfall Vertretungen stellen. Nach Angaben von Mix würden bei ihm drei Kräfte geschult. Und was Krankheitsfälle betreffe, so zeige sich ja beim 'Kaufmarkt', dass der dortige Schalter immer wieder mal aus eben diesen Gründen geschlossen ist.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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