Kempten
Schnelle Hilfe nach Unfall rettete ihr Leben

Brigitte Döngers war morgens mit dem Rad unterwegs zu einer Heilpraktiker-Fortbildung. Als nächstes erinnert sie sich daran, wie ihr 17-jähriger Sohn an ihrem Bett im Krankenhaus sitzt. Zwischen diesen beiden Momenten liegt eine Woche. Eine Woche, an die sich die 50-Jährige nicht erinnern kann. Obwohl sie bei Bewusstsein war.

Was war passiert? Das können nur andere erzählen. «Wir sind stadtauswärts gefahren», erinnert sich Elfriede Unzeitig. Die 52-Jährige und ihr Mann hatten ein Wochenende im Allgäu verbracht und waren auf dem Weg in ihre Heimatgemeinde bei München. «Plötzlich haben wir auf dem Radweg neben der Straße jemanden liegen gesehen», erzählt Unzeitig weiter. Sie spricht von dem Weg, der von der Kaufbeurer Straße bergabwärts zum Adenauerring führt.

Das Ehepaar wendete sofort und rannte zum Unfallort. Dort lag eine gestürzte Radlerin verkeilt mit dem Fahrrad und ohne Helm - Brigitte Döngers. Kurz darauf eilte ein dritter Helfer hinzu. Der Wiggensbacher Werner Seif hatte Döngers ebenfalls im Vorbeifahren auf dem Boden liegen sehen. Die Drei wählten sofort den Notruf, deckten die Verletzte zu und brachten sie in eine bequeme Position.

«Sie hatten die Situation gut im Griff», erinnert sich Polizist Clemens Herz an den Moment, als er eintraf. Das Kuriose: Die Verunglückte hatte keine sichtbaren Verletzungen und war bei Bewusstsein. Nur ihr Klagen «mein Kopf, mein Kopf, mein Kopf», ließ Schlimmeres erahnen.

Die später gestellte Diagnose erschütterte alle Helfer: Döngers Schädel war gebrochen, sie hatte Hirnblutungen und an ihrer linken Schulter waren sämtliche Bänder gerissen. An den Unfall und die Woche danach kann sie sich nicht mehr erinnern. Jetzt, einige Wochen später, geht es ihr wieder besser.

Dafür macht sie eine Reihe glücklicher Umstände verantwortlich: «Es sind die richtigen Leute vorbeigefahren, nämlich solche, die auch anhalten.» Außerdem sei eine Polizeistreife schnell am Unfallort gewesen. Auch hätten ihre Kollegen von der Heilpraktiker-Schule ihre medizinische Behandlung mit homöopathischen Mitteln ergänzt.

Als Döngers das Krankenhaus nach zwei Wochen wieder verlassen durfte, bedankte sie sich bei ihren Helfern. Seif meint jedoch noch immer, «dass mein Handeln selbstverständlich war». Auch das Ehepaar Unzeitig ist überzeugt, «nur unsere Bürgerpflicht getan zu haben».

Döngers möchte trotz des Unfalls auf jeden Fall wieder Rad fahren. Doch bis das wird wegen ihrer Schulter noch mindestens drei Monate warten müssen. Und wenn sie sich wieder aufs Fahrrad schwingt, «dann ganz sicher nur noch mit Helm».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by Gogol Publishing 2002-2019