Afrika
Schnelle Hilfe am Operationstisch

In Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Humedica machte sich Professor Dr. Heinrich Stiegler vom Klinikum Kaufbeuren-Ostallgäu vor Kurzem auf nach Benin. Dort operierte er an einer chirurgischen Klinik. Der Einsatz stand im Zusammenhang mit der Fußball-WM im vergangenen Jahr in Südafrika.

In Kaufbeuren wurden über das Projekt << Wir helfen Afrika >> knapp 18000 Euro gesammelt, um schwerstbehinderte Kinder in den afrikanischen Ländern operiert zu können. Stiegler nahm sich in Benin der operativen Versorgung von Dialysepatienten an, das nötige Arbeitsmaterial wurde zuvor von Humedica verschifft.

Doch schon am ersten Tag seines Einsatzes gab es eine Hürde zu überwinden. In Benin war Feiertag. Auf der einen Seite warteten bereits zahlreiche Patienten auf die Operation, auf der anderen galt Sonntagsruhe. Die Afrikaner, so Stiegler, seien trotzdem alle zum Dienst angetreten.

Und so sichteten alle gemeinsam zunächst die zahlreichen Patienten, insgesamt über 50. Darunter waren auch Frauen und Männer, die bereits mehrere Voroperationen hinter sich hatten, im Wesentlichen im Nachbarland Togo. Bei ihnen, so der Arzt, seien meist aber Korrekturen notwendig gewesen. 25 Eingriffe nahm Stiegler vor, zum Teil auch technisch schwierige.

Während des Aufenthaltes gab es ein Gespräch mit der neuen Gesundheitsministerin des afrikanischen Landes. << Ich habe bei diesem Gespräch mehrfach betont, dass meine Hilfestellung im Wesentlichen als Ausbildung verstanden werden muss und es notwendig ist, dass Kollegen vor Ort diese Tätigkeit fortführen >>, erzählt Stiegler.

Dies sei zwar auch so verstanden worden, dennoch blieben Zweifel. Stiegler: << Ich weiß nicht, ob dies wirklich in der von mir gewünschten Kontinuität fortgesetzt wird. >> Der Kaufbeurer bot an, Praktika im Klinikum zur Komplettierung der Ausbildung zu absolvieren. Zwei Afrikaner werden demnächst tatsächlich ins Ostallgäu kommen.

Insgesamt hat Stiegler inzwischen rund 90 Operationen in Afrika hinter sich. << Es kommt an vielen Stellen ein sehr aufrichtiges Dankeschön entgegen, was die temperaturbedingten Unannehmlichkeiten mehr als ausgleicht >>, sagt er.

Ein besonderes Erlebnis sei dieses Mal der Besuch eines katholischen Gottesdienstes gewesen, bei dem lebendige Kirche zu spüren gewesen sei. Für Stiegler geht es weiter: Der nächste Aufenthalt ist in einem Jahr geplant und bereits mit der dortigen Regierung abgesprochen.

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