Kempten
Schneefräsen: Nachbarn müssen Lärm hinnehmen

In die Knie gehen, Schaufel vollmachen und dann ab auf einen Haufen mit der weißen Pracht: Gerade der nasse Schnee der vergangenen Tage bringt Mieter und Hauseigentümer beim allmorgendlichen Schaufeln ganz schön ins Schwitzen. Um sich diese Arbeit zu erleichtern, legen sich deshalb viele Kemptener eine Schneefräse zu. Nicht immer allerdings zur Freude der Nachbarn - schließlich kann es durch die motorgetriebenen Winterhelfer schon früh morgens ordentlich laut werden. Dabei haben Lärmempfindliche schlechte Karten - denn laut Umweltamt muss der Krach der Schneefräsen in aller Regel hingenommen werden.

Leidgeprüft ist ein AZ-Leser , der sich per Mail an die Lokalredaktion gewandt hat. «Von Montag bis Sonntag wird ab 6 Uhr mit diesen kleinen Krachmachern gefräst, was das Zeug hält», schreibt er in seiner E-Mail. Bereits ab wenigen Zentimetern Neuschnee würden die Schneefräsen über die Gehsteige rund um den Mühlweg rattern.

Nachfrage also beim Umweltamt. Gibt es irgendeine Verordnung, die den Einsatz der Schneefräsen - ihr Lärmpegel liegt je nach Modell irgendwo zwischen Kreissäge und Presslufthammer - im privaten Gebrauch reglementiert? «Nein», sagt Amtsleiter Claus-Dieter Jaskolka. Zwar gilt in der Stadt die Lärmschutzverordnung, die etwa regelt, dass laute Gartenarbeit mit Rasenmähern oder Heckenscheren nur wochentags zwischen 7 und 12.

30 Uhr sowie 14.30 bis 20 Uhr erlaubt ist. Bei den Schneefräsen aber greife diese Vorschrift nicht - denn schließlich habe der Hauseigentümer eine Räumpflicht (siehe Infokasten).

«Keine Vorschrift»

«Es gibt keine Vorschrift, nach der man jemand den Einsatz einer Fräse beim Räumen verbieten kann», so Jaskolka weiter. Das gilt natürlich, so schränkt er ein, nur zu «sinnvollen Zeiten» vor und während der Räumpflicht. «Wenn jemand nachts um drei die Schneefräse laufen lässt, ist das auch nicht im Sinne des Erfinders», so Jaskolka. In einem solchen Fall kann die Stadt beispielsweise mit einem Ordnungswidrigkeiten-Verfahren reagieren.

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