Marktoberdorf/Ostallgäu
Schnee verlangt gute Organisation

Nicht für jeden ist das, was gestern vom Himmel fiel, die wahre Pracht. Einige Autofahrer landeten im Gebiet der Polizei Marktoberdorf im Graben oder fuhren gegen Autos - verletzt wurde niemand, der Schaden hielt sich in Grenzen. Andere hätten sich am Schreibtisch fast die Haare gerauft. Zum Beispiel Peter Gerke, in Kempten Betriebsleiter der Regionalbusgesellschaft, die im Bereich Marktoberdorf den Schulbusverkehr übernimmt. Als bei Etzlensberg gegen 7 Uhr ein Lastwagen quer stand und die B 472 blockierte, steckte der Schulbus von Rettenbach mittendrin im Stau. Dann heißt es organisieren.

Einen Bus in Reserve

Kurzfristig lenkte Gerke einen anderen Bus um, damit die Kinder an den übrigen Haltestellen nicht zu lange warten mussten oder gar nach Hause gingen (siehe Infokasten), wie es etwa in Sulzschneid oder Rieder passierte. Meist brachten die Eltern die Kinder nach - sobald sie ihre Hofeinfahrt geräumt hatten.

Für die Heimfahrt am Mittag beugte die RBA vor: In Marktoberdorf wurde ein Bus als Reserve abgestellt. Gleiches will Gerke am Freitag machen, wenn ähnlich große Schneemengen angekündigt sind. Dass der Fahrplan bei dieser Witterung eingehalten werde, sei oft nicht möglich. Doch sollten die Fahrgäste wie bisher sicher ans Ziel kommen.

Kein Verständnis hat er dafür, wenn Fahrzeuge mit Sommerreifen unterwegs sind. Deren Lenker gefährdeten sich und andere. Auch Klaus Wobst von der Polizei Marktoberdorf rät dringend zu Winterreifen. Beim Marktoberdorfer Gütertransportunternehmen Röhlich wird, wenn nötig, zu Schneeketten gegriffen. Das sei wohl neben den versierten Brummi-Chauffeuren ein Grund, weshalb die Logistiker bisher nicht vor Problemen standen, berichtet Stefanie Röhlich. 40 Laster waren gestern im Einsatz. «Es geht alles etwas langsamer und wird ein bisschen später.» Aber die Transporte kämen an.

Darauf baut auch AGCO/Fendt. Den Traktorenhersteller fahren täglich etwas 120 Lastwagen an, bringen Kabinen, Rohmaterial oder bearbeitete Komponenten. Gleichzeitig verlassen 75 Traktoren täglich das Werk. «Es gab keine Verzögerungen», ist Pressesprecher Sepp Nuscheler froh. «Jeder schaut, dass die Ware rechtzeitig da ist.»

Auf pünktliche Lieferungen ist man ebenso bei den Kliniken Kaufbeuren-Ostallgäu bedacht. Allein Wäsche wird dreimal täglich ausgefahren. Ein Problem habe es in der Früh nur beim Speisentransport gegeben. In Marktoberdorf war der hauseigene Schneepflug ausgefallen, der den Hof räumen sollte, berichtet Pressesprecherin Simone Schmid. Der Fahrer des Lasters habe dann so lange rangiert, bis er das Essen an der Rampe abliefern konnte. Das Frühstück stand dann ohne Verspätung bei den Patienten.

Mit Schneeketten zum Einsatz

Gut mit der Situation kämen auch die Fahrer der Krankenwagen zurecht, sagt sie. Auf den Fahrzeugreifen seien allesamt Schneeketten aufgezogen. Schließlich sollen die Helfer beim Einsatz nicht selbst in den Graben rutschen. Sehr oft hätten die Sanitäter allerdings nicht ausrücken müssen. Bis zum Nachmittag habe es keinen Schneeunfall mit Verletzten gegeben. So möge es bleiben.

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