Schluss mit dem Mobilfunk-Terror

Rund 250 Demonstranten ziehen auf den Halderücken. Von Volker Geyer Kempten'Kein Sendemast auf dem Halderücken ­ Schluss mit dem Mobilfunk-Terror', ruft Ewald Strodl in sein Megafon. Hinter dem Mann vom 'Arbeitskreis Mobilfunk' pilgern etwa 250 Demonstranten auf die Anhöhe im Kemptener Norden. Mit Hupen, Kuhglocken und Plakaten ('Ich möchte nur aus Freude strahlen') machen sie gegen eine geplante Sendeanlage mobil.

Wie mehrfach berichtet, prozessieren die Stadt und das Unternehmen T-Mobil bereits seit vier Jahren wegen des geplanten Sendemasten auf dem Halderücken. Zuletzt hat das Landgericht in zweiter Instanz zugunsten der Mobilfunkfirma entschieden. Dennoch will Kempten weiter versuchen, die Anlage zu verhindern. Das gleiche Ziel verfolgt der 'Arbeitskreis Mobilfunk', der zur samstäglichen Demonstration aufgerufen hat.

'Wir verfolgen aber nicht das St.-Florians-Prinzip', betont Strodl, 'sondern fordern einen generellen Ausbaustopp der Mobilfunkstationen ­ und zwar zum Schutz der Gesundheit von Jung uns Alt.' Daneben liege den Handy-Gegnern freilich auch der Erhalt des Naherholungsgebiets im Norden der Stadt am Herzen.

Ebenfalls mit Herzblut bei der Sache sind einige Frauen und Männer bei einem Tanz um eine Ulme auf dem Halderücken. Dieser endet damit, dass sie ein Transparent entrollen, auf dem sie Bürger, Politiker und Mobilfunkbetreiber auffordern: 'Macht mobil für eine gesunde und umweltverträgliche Technologie.'

'Politiker müssen aufwachen'

Ins gleiche Horn stößt Siegfried Zwerenz vom 'Dachverband der Bürger und Initiativen zum Schutz vor Elektrosmog', der so genannten 'Bürgerwelle'. 'Die Politiker müssen endlich aufwachen und erkennen, dass vom Mobilfunk etliche Gefahren ausgehen', appelliert der 45-Jährige aus Tirschenreuth. Gleichzeitig stellt er klar, dass seine Bürgerinitiative nicht prinzipiell gegen schnurloses Telefonieren ist, sondern nur gegen die verwendete Technologie.

Anstatt Milliarden in den Ausbau der Mobilfunkstationen zu investieren, sollten die Unternehmen dieses Geld lieber für die Entwicklung neuer Handy-Technologien ausgeben, die nicht gesundheitsschädlich seien, fordert Zwerenz auf dem Halderücken.

So sehen es auch Brigitte Schulz vom 'Arbeitskreis Mobilfunk' und die Vorsitzende des Elternbeirats des Kindergartens auf der Halde, Brigitte Brenninger. Deren Hauptsorge gilt Kindern und Jugendlichen, die Schulen, Kindergärten und andere Einrichtungen in der Nähe des geplanten Sende-Masten besuchen. Auf den Besuch von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer warteten die Demonstranten im übrigen vergebens. 'Obwohl er eingeladen war, hält der OB es anscheinend nicht für notwendig, hier zu erscheinen', kritisiert ÖDP-Stadtrat und Umweltbeauftragter Michael Hofer das Stadtoberhaupt am Ende der Veranstaltung.

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