Lindenberg
Schlüsselproblem Lindenberg-Passage

«Das Schlüsselproblem ist die Lindenberg-Passage mit der Tiefgarage». Von den 160 Plätzen unterhalb des ehemaligen Einkaufszentrums stünden 100 meist ungenutzt. So brachte es Städteplaner Jochen Baur auf der Sondersitzung des Stadtrats am Dienstagabend im Löwen-Foyer auf den Punkt.

Ein von der Stadt beauftragtes Projektteam stellte eine Bestandsaufnahme der Innenstadt vor, mit allen Vorzügen und Mängeln. Auf dieser Grundlage, so Bürgermeister Johann Zeh, soll zusammen mit den Bürgern in den nächsten Jahren ein Konzept entwickelt werden, wie die Innenstadt sich entwickeln soll und attraktiver werden kann. Dieses Projekt «aktive Stadt- und Ortsteilzentren» wird staatlich gefördert. Von den 11200 Einwohnern leben 3100, also fast ein Drittel, in der Innenstadt. Fast jeder vierte Lindenberger ist älter als 65, jeder achte unter 15 Jahre. In den letzten 20 Jahren, seit der letzten Volkszählung, sei die Zahl der Bewohner in der Innenstadt um 15 Prozent gewachsen, seit zehn Jahren stagniere diese Zahl allerdings. In den nächsten zehn, 15 Jahren sei eher ein leichter Rückgang zu erwarten, sagte Baur voraus.

Zum Innenstadtbereich rechnet das Projektteam - außerhalb des Kerngebiets von Stadtpfarrkirche bis Hutmacherplatz - die Siedlung in der Baumeister-Specht-Straße, einen Teil der oberen Hauptstraße und das Reich-Gelände dazu.

Kritisch für so manchen Beherbergungsbetrieb sei die in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel gesunkene Bettenauslastung im Fremdenverkehr.

Die «schwarzen Punkte» von Baur sind: Die Sedanstraße schneidet die Hauptstraße auseinander; zwischen Stadtplatz und Stadtpfarrkirche besteht keine Verbindung; die «Verkehrsschneise» Bismarckstraße, «die zu einem Boulevard gestaltet werden könnte», bildet eine Barriere von der Innenstadt zum Stadtpark und zum Kaufmarkt; es fehlen Querungsmöglichkeiten; das Reichgelände muss über die Sonnenstraße an die Innenstadt

angebunden werden; vom Kaufmarkt über das Einkaufszentrum zum Müllermarkt muss eine Achse für Fußgänger entstehen; in der Hauptstraße könnte die Einbahnregelung in Abschnitten entgegengesetzt erfolgen, um das Durchfahren zu erschweren; insgesamt müssten mehr Plätze entstehen, auf denen man gerne verweilt. Baur hat noch «Flächenpotenziale» am Rand der Innenstadt ausgemacht: der Parkplatz hinter der Aureliuskirche und der Bauhof in der Kiesgrube («Da ist was anderes vorstellbar»), das Reichgelände im Osten, Flächen hinter dem Aldi-Markt im Nordwesten und das ehemalige Altenheim an der Sedanstraße.

Baur erwähnte als positive Ansätze den «gelungenen» Hutmacherplatz, den das Planerteam als «Ansatz zum Weitermachen» sieht; den Friedhofspark als «eine der schönsten Flächen der Stadt»; die das Ortsbild prägenden Gebäude der Jahrhundertwende; die vielen typischen Schindelfassaden oder Siedlungen wie die 90 Jahre alte Kleinkolonie hinter der Mayser-Fabrik in der Bürgermeister-Schmitt-Straße. Andererseits würden mehrere «grobe Klötze» das Stadtbild negativ beeinflussen.

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