Buchloe / Ostallgäu
«Schließlich sind wir alle Ostallgäuer»

«Die größte Baustelle des Landkreises ist die Bildung. Dieser Satz bewahrheitet sich jetzt im wahrsten Sinne des Wortes», sagte Landrat Johann Fleschhut bei der Kreistagssitzung gestern im Landratsamt in Marktoberdorf. Die Ostallgäuer Kreisräte begrüßten es einstimmig, dass in Buchloe ein dreizügiges Gymnasium errichtet werden kann und stimmten dem Finanzierungskonzept zu (siehe Info-Kasten). Der Landkreis Ostallgäu übernimmt somit für das Staatliche Gymnasium Buchloe die Schulaufwandsträgerschaft.

Bereits in den vergangen Jahren hatte der Kreistag geschlossen und parteiübergreifend seine Solidarität mit dem nördlichsten Teil des Landkreises, dem «Tor zum Allgäu», gezeigt und die Bemühungen unterstützt, ein eigenes Gymnasium für Buchloe zu bekommen.

«Wir sollten diese große Maßnahme schaffen, ohne deswegen die Kreisumlage zu erhöhen und ohne neue Schulden zu machen», betonte der Landkreis-Chef. Der Trend der vergangenen Jahre, kontinuierlich Schulden abzubauen, könne aber wohl in den kommenden Jahren nicht fortgesetzt werden.

«Es ist jetzt wichtig, wie wir mit der Entscheidung von Ministerpräsident Horst Seehofer umgehen», sagte Fleschhut. «Wir wollen keine Allerweltsschule», betonte er. Ihm schwebe ein besonderes Profil des künftigen Gymnasiums mit einer modernen Ausrichtung nach neuzeitlichen Kriterien vor.

«So kommt Bewegung in die gesamte Region», freute sich Lars Leveringhaus (CSU). Seiner Meinung nach habe es bei der Entscheidung eine große Rolle gespielt, dass die Befürworter gemeinsam aufgetreten seien. Er betonte, dass die CSU-Fraktion den «Kollegen im Unterallgäu die Hand reichen» wolle: «Wir sollten auf ein Niveau kommen, auf dem man sich konstruktiv unterhalten kann.»

«Buchloe tut auch Mindelheim und Türkheim gut», betonte Hubert Endhart (Bündnis 90/Die Grünen). Das Buchloer Gymnasium sei eine Chance für ein neues pädagogisches und technisch-innovatives Konzept. Wolfgang Hannig (SPD) sagte: «Die Schüler werden die größten Gewinner sein.

» Es sei selbstverständlich, dass alle Fraktionen im Kreistag an einem Strang gezogen hätten: «Schließlich sind wir alle Ostallgäuer», meinte Hannig.

Stärkung des Standorts

«Auch die Freien Wähler (FWO) stehen voll hinter dem Projekt», betonte Werner Himmer. Er freute sich besonders über die «Stärkung des Wirtschaftsstandorts Buchloe». «Bildung ist wichtig, und die Investitionen in die Bildung werden sich auszahlen», war sich Maximilian Hartleitner (Junges Ostallgäu) sicher. Er appellierte an seine Kollegen, zügig weiterzuarbeiten, damit der Unterricht am Buchloer Gymnasium so früh wie möglich starten könne.

«Glaube und Beharrlichkeit helfen über den höchsten Berg hinweg», meinte Andreas Rösel (FDP).

Nach dem einstimmigen Beschluss würdigte der Buchloer Bürgermeister Josef Schweinberger die Entscheidung mit einem «herzlichen Dankeschön».

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ