Durach
«Schleichende Verbuschung stoppen»

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Er sieht es als eine seiner Hauptaufgaben an, die «schleichende Verbuschung des Allgäus zu stoppen». Die Rede ist von Stefan Pscherer, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Oberallgäu/Kempten. Gut 100 Tage ist er im Amt und sieben Projekte zum Erhalt von sogenannten «Streuwiesen» (Feuchtwiesen) hat er mit seinem Verband - Vorsitzender Durachs Rathauschef Herbert Seger- bereits auf den Weg gebracht. Von den rund 80000 Euro Gesamtkosten übernimmt Bayern den Löwenanteil, machte er bei der jüngsten Verbandssitzung in Durach deutlich.

In der Regel werden 70 Prozent der förderfähigen Kosten ersetzt, präzisierte Heinz Lütkebohmert von der Regierung von Schwaben. Er verdeutlichte, dass die Regierung Gemeinden, Vereine und Verbände bei der Antragstellung von Projekten zur Landschaftspflege unterstützt. «Wir bugsieren Sie durch den Förderdschungel», sagte er zu den Mitgliedern des Landschaftspflegeverbands. Da fast jede Maßnahme von der EU mitfinanziert werde, seien die bürokratischen Erfordernisse gewachsen.

Unstrittig war die Nachpflege von Streuwiesen im Sinswanger Moor (Oberstaufen) und im Waltenhofener Moor, sowie die Wiederherstellung einer Streuwiese in Immenstadt-Stein und die Pflege von Magerweiden am Standortübungsplatz in Sonthofen-Margareten.

Biologe Martin Muth gab aber zu bedenken, dass sich nicht alle Flächen zur Wiederherstellung von Streuwiesen eigneten und nannte den Schwarzenberger Weiher (Oy-Mittelberg). Naturschutz-Fachleute wollen sich noch einmal vor Ort treffen und beraten.

Pflege mit Maß und Ziel

Es gehe um eine nachhaltige Pflege mit «Maß und Ziel», so Pscherer. Deshalb müsse bei den Projekten auch eine machbare Bewirtschaftbarkeit bedacht werden. Dabei sollen sich Landwirte einbringen. Die Streue soll in den kommenden Jahren in der Region verkauft werden (Streuebörse) als nützliche und bezahlbare Alternative zum Stroh.

Der Erhalt von Streuwiesen habe einen positiven Effekt: So könne der Verbuschung des Allgäus entgegengewirkt werden. Durch den natürlichen Samenanflug würden sonst Jahr für Jahr Hunderte Hektar Grünland zuwachsen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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