Blaichach / Burgberg
Schlechte Noten für das Modell des Ministeriums

Der Männergesangverein trällerte bei einer Soiree auf dem Dorfplatz von Burgberg fröhliche Lieder. Gleich nebenan im Saal des Gasthauses Löwen, wo sich die Räte von Blaichach und Burgberg zu einer gemeinsamen Sitzung trafen, war die Stimmung eher gedämpft. Die Zukunft der von beiden Kommunen getragenen Hauptschule in Blaichach sieht nicht rosig aus. Es sei denn, dass im Verbund mit weiteren Gemeinden im südlichen Oberallgäu eine neue bayerische Mittelschule aus der Taufe gehoben werden kann.

Leicht wird dies beileibe nicht, hoben übereinstimmend Bürgermeister Otto Steiger (Blaichach) und Dieter Fischer (Burgberg) hervor. Zu viele Bedingungen knüpft der Kultusminister an dieses Modell. Die beiden Rathaus-Chefs und die Gemeindevertreter sparten daher nicht mit Kritik an dem, was sich das Ministerium zur Stärkung der immer mehr ins Hintertreffen geratenden Hauptschule ausgedacht hat. Der Tadel galt zuvorderst den Bedingungen, die im ländlichen Raum kaum erfüllbar seien.

Allenfalls, so die Interpretation der Vorgaben, hätten Schulstandorte etwas von der neuen Mittelschule, wenn 600 Schüler und mehr zusammenkämen. Dies wäre höchstens in Sonthofen und Immenstadt zu schaffen, blickten die Kommunalpolitiker zu den Nachbarn hinüber. Die Hauptschule Blaichach zählt derzeit nur 210 Schüler, und es ist mit einem Schülerschwund um die zehn Prozent in den nächsten Jahren zu rechnen.

Nun will man mit den benachbarten Bürgermeistern sprechen, um einen gemeinsamen Schulverbund zu begründen und so die Hauptschule über den Weg der aufgewerteten Mittelschule an Blaichach zu binden. Bürgermeister Steiger: «Da liegt ein hartes Stück Arbeit vor uns». Auch sein Amtskollege Fischer brach nicht in helle Freude aus: «Solche Vorschriften sind alles andere als erbaulich».

Vielleicht kann für die Hauptschule auch ein anderes Profil beschafft werden, um sie dank eines Alleinstellungsmerkmals zu erhalten. Die niedergelassenen Firmen haben Blaichach zu einem gewerblich-technischen Zentrum gemacht. Da könnte auch eine Schule mit einem Technik-Schwerpunkt entstehen, malt sich das Blaichacher Gemeindeoberhaupt aus. Die Firma Bosch soll Partner werden.

Auch unter den Räten beider Kommunen gibt es beträchtliche Skepsis, ob die Schule für die Fünft- bis Neuntklässler am Ort zu halten sein wird. FW-Vertreter Dieter Lochbihler (Blaichach) prangerte «nichtssagende Vorgaben» und «widersprüchliche Zielsetzungen» bei der Initiative des Ministeriums an. Sein Burgberger FW-Kollege Andreas Köberle fürchtete, dass die eigene Lernstätte zwischen Sonthofen und Immenstadt zerrieben werde.

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