Kaufbeuren
Schilder sollen Touristen durch die Stadt leiten

Dass die Beschilderung in der Stadt für Touristen bislang nicht optimal ist, darüber ist sich die Verwaltung einig. So sei etwa das Kunsthaus für Auswärtige schwer zu finden, betonte Stadtplaner Manfred Pfefferle im Bauausschuss. Ein neues «Fußgängerleitsystem» soll Abhilfe schaffen. Doch derer gibt es viele. Pfefferle stellte eine Reihe von Modellen aus anderen Städten vor. Nach längerer Diskussion einigte sich das Gremium auf das so genannte «Baumsystem», das an einigen prägnanten Stellen durch ein «Tafelsystem» ergänzt wird. Das Baumsystem habe den Vorteil, dass es flexibel durch weitere Hinweisschilder ergänzt werden könne.

Wie Günther Pietsch von der Kultur- und Projektförderung ausführte, habe sich die Stadtverwaltung mit Kulturakteuren abgestimmt. «Es gibt bisher für Fußgänger keine Wegweiser etwa zum Stadttheater oder zum Stadtsaal.» Solche Hinweise ließen sich auch nicht in das Leitsystem für Autofahrer integrieren - schon, weil der Fußgänger einen anderen Blickwinkel hat.

Der Blickwinkel spielte bei der Diskussion denn auch eine wichtige Rolle. Große Schilder in einer Höhe von etwa 1,50 Metern über dem Boden böten zwar viel Platz für Erklärungen, könnten aber übersehen werden - gerade wenn sich viele Menschen zum Beispiel beim Tänzelfest in der Stadt befinden, wandte Johannes Böckler (CSU) ein. Beim Baumsystem hingegen hängen die Hinweisschilder deutlich höher - über Kopf. Dann kann man sie nicht nur besser sehen. Für Johannes Espermüller (FDP) haben sie noch den Vorteil, dass sie schwerer Ziel von Vandalismus werden können.

Karl-Georg Bauernfeind (CSU) pflichtete Espermüller bei. Die großen Tafeln sähen zudem eher aus wie Messetafeln. Man wolle einen ausufernden Schilderwald eigentlich vermeiden. Das Baumsystem passe dagegen gut in die Altstadt. «Wenn man ein solches Fußgängerleitsystem anschafft, sollte aber auch der Bereich Neugablonz nicht vergessen werden.»

Mit Stadtführern abstimmen

Laut Pfefferle ist das Parkhaus Central ein Schwerpunkt, von dem aus Touristen ihre Tour durch die Stadt starten könnten. «Vergessen sollte man aber auch den Bahnhof nicht», warf Ralf Nahm (SPD) ein. Zweiter Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) sah noch die Notwendigkeit, sich «mit unseren Stadtführern abzustimmen. Die sollten wir in jedem Fall vorher befragen, um kein wichtiges touristisches Ziel zu vergessen».

Kein einheitliches Bild

Und CSU-Fraktionschef Ernst Schönhaar regte an, die Schilder optisch den schon existierenden weiß-grünen Hinweisschildern für Fahrradfahrer anzugleichen, um ein einheitliches Bild zu erreichen. Baureferatsleiter Ralf Baur widersprach: «Diese Schilder sind Teil eines EU-Projekts, das überregional Rad- und Wanderwege ausweist.» Es wäre verwirrend, wenn dann alle Schilder gleich aussähen. «Schilder ja - und wenn, dann in Grün», warf der Grüne Wolfgang Hawel - um Parteipolitik bemüht - ein und erntete dafür freundliches wie höhnisches Gelächter. Schließlich einigte sich das Gremium darauf, dass die Verwaltung das Baumsystem anschaffen soll. An neuralgische Punkte, wie dem Parkhaus Central, dem Busbahnhof oder dem Kemptener Tor, kommen dazu größere Schilder mit zusätzlichen Informationen.

An manchen Stellen sollen Touristen Innenstadtpläne aus einer Box entnehmen können. Wie viel das Ganze kosten wird, kann laut Pfefferle erst demnächst beziffert werden.

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