Scheidegg
Scheidegg verleiht Friedenspreis

Die Gemeinde Scheidegg verleiht erstmals einen Friedenspreis. Erhalten wird ihn am 3. Oktober der evangelische Theologe und Politiker Rainer Eppelmann. «Wir wollen den Tag der Deutschen Einheit und das Thema Frieden verbinden», erklärt Bürgermeister Ulrich Pfanner das Ansinnen.

Die Idee, einen Friedenspreis ins Leben zu rufen, ist in Gesprächen zwischen dem Bürgermeister und Manfred Przybylski entstanden. Der frühere Geschäftsführer des Tagungszentrums der Konrad-Adenauer-Stiftung am Comer See ist Neubürger von Scheidegg. Im Ortsteil Lindenau verbringt er seinen Ruhestand. Er hat vor seiner Zeit bei der Stiftung unter anderem in der Entwicklungshilfe gearbeitet und war bei der Gründung des Oberhausener Friedensdorfes dabei. Dort wurden anfangs vor allem Opfer des Vietnam-Krieges behandelt. Pryzybylski weiß also, was Krieg für die Menschen heißt. Deshalb will er die Erinnerung an die friedliche Revolution und den Fall der Mauer wachhalten.

Przybylski hat während seiner Arbeit viele Menschen kennengelernt, die sich noch in Zeiten der Mauer «hüben» wie «drüben» für die friedliche Wiedervereinigung eingesetzt haben. Rainer Eppelmann steht dort in erster Reihe. Der 66-Jährige gehörte zu den unbeugsamen Geistern in der Ostkirche. Unter anderem hat er 1982 den Berliner Appell mit der Losung «Frieden schaffen ohne Waffen» mit initiiert. In der Übergangsregierung von Lothar de Maiziere war er «Minister für Abrüstung und Verteidigung der DDR». Später arbeitete er als Vorsitzender des «Ausschusses für Familie und Senioren des Deutschen Bundestages» (1991) und Vorsitzender der Enquete-Kommission zur «Aufarbeitung der Geschichte und Folgen der SED-Diktatur». Bekannt ist er auch im europäischen Ausland: Eppelmann wird unmittelbar vor der Verleihung des Preises in Scheidegg mit Helmut Kohl an europäischen Feiern zum Mauerfall vor 20 Jahren in Wien teilnehmen.

Die Preisverleihung in Scheidegg fällt nicht von ungefähr auf den 3. Oktober. Am Tag der Deutschen Einheit - heuer ein Samstag - findet traditionell ein ökumenisches Friedensgebet an der Kapelle in Forst statt. Das wird auch heuer so sein. Bei den beiden Scheidegger Pfarrgemeinden, der evangelischen und der katholischen, ist die Idee, an dem Tag zusätzlich einen Friedenspreis zu verleihen, auf offene Ohren gestoßen. Pfarrerin Ingrid Ossig spricht mit Blick auf die friedliche verlaufene Revolution von «etwas ganz Besonderem». Sie hat den Fall der Mauer vor 20 Jahren als Pfarrerin in Franken hautnah miterlebt. Die Begegnungen zwischen den Menschen seien unter die Haut gegangen.

Wie es mit dem Preis - überreicht wird eine Taube aus Porzellan - weitergeht, ob er alljährlich oder in größeren Abständen verliehen wird, ist noch unklar. «Wir lassen es auf uns zukommen» (Pfanner).

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