Scheidegg
Scheidegg knackt die 1000 Höhenmeter

Nach der im Sommer 2010 geplanten Fertigstellung des Baumwipfelpfades im Ortsteil Oberschwenden wird die Marktgemeinde Scheidegg um 160 Zentimeter die 1000-Höhenmeter-Marke geknackt haben. Genau 1001,6 Meter über dem Meeresspiegel ragt dann laut Werner Wechsel vom Planungsbüro «Bergwolf» die Spitze des Fahnenmastes auf dem zentralen Aussichts- und Aufstiegsturm über die umliegenden Baumwipfel. Dies wird der am höchsten gelegene Punkt der gesamten Gemeindefläche sein. Den Weg für den Bau machte der Scheidegger Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss frei.

Seit Frühjahr 2008 verfolgt die Katholische Jugendfürsorge (KJF) der Diözese Augsburg dieses Projekt. Laut Markus Mayer, dem KJF-Verwaltungsleiter und stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden, werden in den Baumwipfelpfad und die dazugehörige Infrastruktur acht Millionen Euro investiert. «Wir verfolgen damit aber keine Eigeninteressen in dem Sinn, dass hohe Gewinne erzielt werden sollen», stellte der KJF-Vize klar. Die KJF betreibt die benachbarte Fachklinik Prinzregent-Luitpold und ist Eigentümer des Baugeländes.

Nachdem im Juni dieses Jahres der Flächennutzungsplan für das Bauareal in Kraft getreten ist, könnte laut Diplombetriebswirtin Carmen Seitz, die bei der KJF für die Projektkoordination zuständig ist, noch im kommenden Herbst mit den ersten Bauarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2010 geplant.

Zentraler Punkt des Baumwipfelpfads - von den Investoren mittlerweile «Baumgipfelabenteuer» genannt - ist ein 50 Meter hoher Aussichts- und Aufstiegsturm, von dem aus die 550 Laufmeter in luftiger Höhe (teilweise bis zu 40 Meter über dem Boden) erschlossen werden können. Entweder über Stufen oder einem rundum verglasten Lift erreichen die Besucher die Aussichtsplattform in gut 40 Meter Höhe. Alternativ kann der Baumgipfelweg auch über einen sanften Anstieg vom Boden aus erreicht werden.

Für Rollstuhlfahrer geeignet

Der Hauptteil des Wipfelpfads ist rollstuhltauglich und wird an seinen Aussichtspunkten auf den Bodensee oder die Nagelfluhkette mit Sitzgelegenheiten ausgestattet.

Verlassen wird der Pfad entweder über den Lift oder die Treppe im Aufstiegsturm oder alternativ über einen interaktiven (Kletter-) Pfad mit anschließender Wendelrutsche.

Aufgrund der Baumaßnahme ergab sich laut Landschaftsarchitekt Willi Müller aus Kempten ein ökologischer Ausgleichsbedarf von 10900 Quadratmetern. Durch einen landschaftspflegerischen Begleitplan wird deshalb auf einer Aufforstungsfläche in unmittelbarer Nähe ein naturnaher Mischwald angelegt.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ