Buchloe
Schädlingsbekämpfung auf die unschädliche Art

Ärgerlich. Über Nacht haben sich Raupe «Nimmersatt» und Nachbars Schnecken über das frisch angelegte Salat- und Blumenbeet hergemacht. Der viele Regen und das oft schwüle Wetter heuer lassen besonders Insektenlarven und Schneckenpopulationen prächtig gedeihen. Um die kleinen Biester wieder loszuwerden, greift der Hobbygärtner oft vorschnell zu chemischen Waffen, doch die schnelle Lösung sollte nur mit Bedacht eingesetzt werden.

Vor allem im Obst-, Gemüse- und Kräutergarten sollten Gifte gemieden werden, denn was für Tiere tödlich ist, kann auch dem Menschen schaden. Wie man Schädlinge auf die unschädliche Art los wird, erklären Alfred Waldmann und Walburga Deuringer vom Bioland-Betrieb in Holzhausen: «Gegen Schädlinge helfen oft sogenannte Nützlings-Streifen im Garten.» Wenn man Wildkräuter oder Blumen neben dem Gemüsebeet stehen lasse, dann könnten sich Nützlinge wie zum Beispiel Marienkäfer ansiedeln, die dann die Schädlinge bekämpfen.

Im Herbst Beete umgraben

«Man kann auch Nützlinge bestellen, jedoch ist das meist für den Hobbygärtner zu aufwändig», sagt Deuringer. Für jeden Schädling gebe es einen entsprechenden Nützling. Zum Beispiel seien Schlupfwespen und Florfliegen Nützlinge gegen Blattläuse. Raubmilben bekämpfen Spinnmilben. Um Schnecken-Plagen zu vermeiden, sollte man im Herbst die Beete umgraben, damit die Schneckeneier abfrieren. Mehrjährige Beete sollte man aus diesem Grund eher vermeiden, da sich Schnecken hier besonders gut vermehren können.

Enten im Garten

Barbara Wirth aus Beckstetten schwört auf Enten gegen die lästigen Schnecken. Sie hat selbst Enten im Garten, die sie im Herbst sogar auf die Beete lässt und somit keine Probleme mit Schnecken hat. Aemilian Felder aus Honsolgen sammelt die gefräßigen Schnecken zusätzlich im Sommer ab.

Andrea Gimple vom Kaufbeurer Umweltamt erklärt, warum manchmal nur noch das Sammeln der lästigen Schnecken hilft: «Die eingewanderte spanische Wegschnecke ist aufgrund ihrer hervorragenden Anpassungsfähigkeit ein besonderes Problem für Gärtner.» Wo die heimische Nacktschnecke noch an kies- und schafswollumrandeten Beeten stoppe, lasse sich die Spanierin nicht aufhalten. Diese Schneckenart stehe wegen der hohen Schleimabsonderung auch nicht auf dem Speiseplan der Vögel.

Barbara Wirth setzt gegen Blattläuse eine selbst angesetzte Brennnesseljauche an, mit der sie befallene Stellen besprüht. Walburga Deuringer schwört auf Marienkäfer, die die Läuse fressen.

Um gegen ein größeres Ameisenproblem anzugehen, rät Andrea Gimple dazu, die Population samt Königin auszugraben und an einem weniger störendem Platz wieder auszusetzen: «Schließlich sind Ameisen auch hilfreiche Jäger.»

Ökologische Nischen

Natürliche Feinde wie Blindschleichen, Igel, Spinnen, Frösche und Laufkäfer siedeln sich ganz allein im Garten an, wenn passende Unterschlupfmöglichkeiten und ökologische Nischen zur Verfügung stehen (siehe Info-Kasten). Marienkäfer und Co. arbeiten unentgeltlich, hohe Ausgaben für umweltschädigende Gifte kann man sich also sparen und stattdessen in ein neues Blumen- oder Gemüsebeet investieren.

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