Kaufbeuren
Schädlingsbekämpfung auf die unschädliche Art

Der feuchte Sommer bringt Kaufbeurens Gärten zum Grünen und Blühen. Nicht nur der Mensch, sondern auch die Tierwelt hat daran ihre Freude: Im Gras und an den Pflanzen tummeln sich die verschiedensten Kleinsttiere. Der viele Regen und das oft schwüle Wetter heuer lassen besonders Insektenlarven und Schneckenpopulationen prächtig gedeihen. Allerdings ist der Besuch von Schnecke, Laus und Co. meist so gar nicht erwünscht.

Die eingewanderte spanische Wegschnecke ist auf Grund ihrer hervorragenden Anpassungsfähigkeit ein besonderes Problem für die Gärtner. Wo die heimische Nacktschnecke noch an kies- und schafswollumrandeten Beeten stoppt, lässt die Spanierin sich nicht aufhalten. «Da hilft nur Absammeln», sagt Gimple, da diese Schneckenart wegen ihrer hohen Schleimabsonderung nicht auf dem Speiseplan der Vögel steht. «Blattläuse wird man am Besten durch Marienkäfer los, einfach sammeln und auf die betroffenen Stellen setzen», empfiehlt die Expertin.

Bei Ungezieferbefall solle man die Pflanzen stärken, sie jedoch nicht düngen, da frische Triebe besonders anfällig sind.

Ein Brennesselsud vermischt mit Gesteinsmehl - dieses sorgt dafür, dass der Sud besser haftet - kräftigt die Pflanze und wirkt in den ersten 24 Stunden schädlingsvernichtend. «Schachtelhalmextrakt hilft gegen fast alle Parasiten», sagt Gimple. Der Extrakt ist im Fachhandel erhältlich. Wer ein großes Ameisenproblem hat, solle die Population samt Königin ausgraben und an einem weniger störendem Platz wieder aussetzen: «Schließlich sind Ameisen auch hilfreiche Jäger.» Laufkäfer, Wolfsspinnen und Igel leisten einen großen Beitrag im Kampf gegen die Parasiten. Diese natürliche Jäger kämen ganz von selbst in den Garten, wenn sie passende Unterschlupfmöglichkeiten und ökologische Nischen vorfänden (siehe Infokasten).

Auch Georg Fischer, Vorsitzender des Kleingartenvereins Kaufbeuren, hält es natürlich. «Chemische Mittel sind strikt verboten.» Daher heißt es in den Schrebergärten: Schnecken einsammeln und Blattläuse mit Brennesselsud bekämpfen. Außerdem gibt es weiter Unterstützung von außen: «Igel und Amsel freuen sich über den gedeckten Tisch.»

Hilfe von natürlichen Jägern

Im Nutz- und Ziergarten der Kaufbeurer Familie Schmiedle hat sich das Schädlingsproblem in großen Teilen selbst gelöst. «Als wir unseren Teich angelegt haben, dachten wir eigentlich, dass unser Mückenproblem unerträglich wird», erzählt Ingrid Schmiedle. Doch der kleine Weiher lockt Libellen und Gelbrandkäfer an, die die Mückenlarven im Wasser erlegen. Nach Einbruch der Dunkelheit besorgen Fledermäuse den Rest: Sie fressen die erwachsenen Schnacken.

Um die Schnecken und deren Eier kümmert sich die Blindschleichensippe, die sich im Kompost angesiedelt hat. «Die sind ganz wild darauf», so Kurt Schmiedle. Die, die sie nicht erwischt, werden durch einen selbst gebauten Schneckenzaun vom Gemüse abgehalten.

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