Buchloe
«Schaden hat nicht nur die Diözese Augsburg erlitten»

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Es war ein gewaltiges Echo, das auf den Rücktritt von Bischof Walter Mixa folgte. Doch nicht alle Katholiken in und um Buchloe bewerten die Entscheidung des Oberhirten im Bistum Augsburg gleich.

Sehr klare Worte fand der Buchloer Stadtpfarrer Reinhold Lappat. «Es war höchste Zeit», sagte der Geistliche, der auch Regionaldekan ist, gestern zu unserer Zeitung. «Vielen Mitbrüdern geht es angesichts der Nachrichten der vergangenen Wochen schlecht, viele Gläubige sind sehr verunsichert.» Das hänge auch mit der Person Mixas zusammen. «Jeder Mensch hat Fehler, aber so etwas geht nicht», meinte Lappat zu dem Sachverhalt, dass der Augsburger Oberhirte Gewalt gegen Heimkinder in seiner Schrobenhausener Zeit zunächst bestritten, dann aber nach vielen Tagen doch Ohrfeigen eingeräumt hatte. «Ich hätte mir gewünscht, dass er das gleich gesagt hätte. Auch die Sache mit den Finanzen - das ist nicht mehr redlich.» Nun sei mit dem Rücktrittsangebot an Papst Benedikt eine vernünftige Lösung gefunden worden. Vertrauen müsse an der Basis wieder geschaffen werden. Dankbar, dass sich Mixa zu dieser Entscheidung durchgerungen hat, zeigte sich Matthias Fack, Zweiter Vorsitzender der Buchloer Kolpingfamilie. «Ich verbinde damit die Hoffnung, dass es endlich zu einer Beruhigung der Diskussionen kommt, von der alle Mitglieder der katholischen Kirche derzeit betroffen sind.»

Eines steht für Fack, der zudem Landesvorsitzender des Bundes der deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ist, fest: Schaden hat nicht nur die Diözese Augsburg erlitten. «Auf den katholischen Nachwuchs wirkt sich die ganze Diskussion sehr negativ aus», betonte Fack. Er hoffe daher, dass es bald einen neuen Bischof gebe, der den Sinn seines Amtes darin sieht, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen.

Kritisch bewertete Uwe Mantwill, seit 14. April Vorsitzender des Buchloer Pfarrgemeinderates, den öffentlichen Druck, den vor allem die Medien zuletzt aufgebaut hätten - «auch, wenn Mixa durch sein Zurückrudern in der Watschn-Frage zweifellos seine Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.» Verschweigen dürfe man jedoch auch nicht, dass sich die Ansichten zum Thema körperliche Sanktionierung im Unterricht im Vergleich zu Früher stark gewandelt hätten.

In den Pfarreien in Jengen und Lamerdingen wollte kein Geistlicher zum Rücktritt Mixas ausführlich Stellung beziehen. Pfarrer Andreas Pela aus Lamerdingen meinte lediglich: «Wenn ein Bischof zurücktritt, dann ist das immer eine traurige Sache.» (mab/drs)

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