Türkheim
Sauberkeit gewinnt

Ungewöhnlichen Erfolg hat in Türkheim die Aktion «Sauberes Klassenzimmer» am Joseph-Bernhart-Gymnasium. «Ich wollte den Schülern einen positiven Anreiz schaffen», erklärt Dr. Wolf, der stellvertretende Schulleiter. Das war die Anfangsidee für ein Konzept, das die Schüler dazu motivieren soll, sich besser und selbstständiger um ihre Klassenräume zu kümmern. Bei den Lehrern, der Schülermitverwaltung und beim Hausmeister stößt die Aktion auf großen Anklang.

Auch die Jahre zuvor gab es Aufforderungen der Schulleitung, mehr auf die Sauberkeit in den Klassenräumen Rücksicht zu nehmen. Auf vereinzelte Missachtungen reagierte Wolf zunächst mit Ermahnungen und schließlich mit der Androhung, den nächsten Schulausflug zu streichen, beispielsweise das beliebte Skilager. Doch dieses Schema wird jetzt umgedreht. Statt Einschränkungen stehen Belohnungen auf dem Programm. «Dieses Projekt ist nicht die Notbremse auf Grund von Beschwerden oder Unordentlichkeit», sagt Wolf. «Im Gegenteil: Durch diese Aktion wollen wir die Sauberkeit und die Ordnung der Schule verbessern.»

Die Jury besteht aus echten Experten: den Reinigungskräften der Schule. Die bewerten in diesem Schuljahr den Zustand der Klassenräume der Unterstufe und Mittelstufe nach Unterrichtsschluss mit Schulnoten von eins bis sechs. Sind die Stühle hochgestellt, die Tische in Reih und Glied, die Fenster geschlossen und der Boden frei von Papierschnipseln und Abfall, so trägt die Jury eine eins mit Stern in das Notizheft ein. Jeweils zum Halbjahr und zum Schuljahresende werden dann die Gewinnerklassen ausgewählt und prämiert. Die Sieger der Unterstufe und der Mittelstufe werden je ein Tag schulfrei erwarten. Diesen Tag dürfen sie sich mit einem Ausflugsziel ihrer Wahl selbst gestalten.

Die Meinungen der Schüler lassen ebenfalls auf eine positive Annahme schließen. Die Mittelstufe plant schon eifrig ihre Ausflugsziele, wie zum Beispiel in einen Kletterpark, Freizeitpark oder in ein Erlebnishallenbad zu fahren. Ganz oben auf der Wunschliste der Mädchen steht natürlich das Shoppen in einer nahe gelegenen Stadt wie Augsburg oder München. Die Zweit- und Drittplazierten werden eine Urkunde bekommen und haben somit natürlich die besten Aussichten auf den ersten Platz in der nächsten Wertung zum Schuljahresende im Juli. Die Oberstufe nimmt wegen ihrer wechselnden Klassenräume nicht an diesem Projekt teil.

Auch die Putzfrauen geben größtenteils positives Feedback und bestätigen die Verbesserung der Situation in vielen Klassenräumen. « Insgesamt ein gutes Projekt», heißt es. In manchen Räumen sei nicht einmal mehr das Staubsaugen nötig, so sauber seien diese aufgeräumt. Natürlich gebe es weiterhin Ausnahmen, aber die Verbesserung überwiege. Auch Dr. Wolf meint: «Solange dieses Projekt gut läuft und Sinn macht, werden wir es auf jeden Fall weiterführen.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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