Memmingen
Sanierung wird 4,5 Millionen kosten

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Die Untersuchungen an der Martinskirche sind abgeschlossen. Das Ergebnis: Das Gebäude muss für etwa 4,5 Millionen Euro saniert werden. Was im Detail wie viel kosten wird, ist noch ebenso wenig bekannt wie ein Zeitplan, sagte der evangelische Dekan Kurt Kräß im Gespräch mit der Memminger Zeitung. Die angesetzte Summe sei jedoch realistisch. Befürchtungen, das Dach des Kirchenschiffs drücke die Mauern nach außen (wir berichteten), haben sich bewahrheitet. Dies war durch Risse an den Bögen an der Decke aufgefallen. Nun muss der Dachstuhl stabilisiert werden. 'Wir haben dort oben morsche Balken gefunden, und das nicht zu knapp', betonte Kräß. Neu sei vor allem die Erkenntnis, dass die Wände noch nicht aufgehört haben, sich zu verformen, wie es bei historischen Bauten normalerweise irgendwann der Fall sei. 'Die Frage ist also, ob wir nur das Nötigste reparieren oder es gleich richtig machen', so Kräß. Seiner Meinung nach wäre ersteres unverantwortlich. Denn allein das Baugerüst aufzubauen koste rund 200 000 Euro. Zudem müsse das Dach für diese Arbeiten abgedeckt werden. 'Wir reden hier über das größte Dach Memmingens', verdeutlichte Kräß die Dimensionen des Vorhabens. Er erläuterte außerdem, dass es wirtschaftlicher wäre, das Dach anschließend neu zu decken, als die Ziegel während der Arbeiten irgendwo zu lagern. Diese Kosten könnten, würde man jetzt nur halbe Sachen machen, in wenigen Jahrzehnten wieder anfallen. Es sei also erforderlich, die Wände zu stabilisieren, damit sie sich nicht weiter verformen. 'Mein Ziel wäre, dass die Martinskirche in den nächsten 20 Jahren keine ewige Baustelle ist', sagte Kräß. Problematisch werde es auch, die Risse im Inneren der Kirche zu schließen. Dafür werden Spezialisten benötigt, die die historischen Wände so streichen, dass etwa auch die Fresken unbeschadet bleiben. 'Was für außen gilt, gilt auch für innen', sagte Kräß außerdem. Auch dabei müssten teure Gerüste aufgestellt werden. Vorsichtig bemerkt der Dekan, dass es in Zukunft Zeiträume geben könnte, in denen die Martinskirche daher nicht nutzbar sein wird.

Feuchtigkeit messen

Weil an vielen Stellen die Farbe von den Wänden fällt, wurde über ein Jahr lang die Feuchtigkeit in den Wänden gemessen. Im Chorraum etwa wird unter dem Anstrich schon die braune Farbe aus dem 19. Jahrhundert wieder sichtbar. Schuld seien wohl Salze, die sich in den Tuffsteinmauern gebildet hätten. Diese müssten wie mit einer Kompresse aufgesaugt werden. Wichtig ist Kräß, dass sich zuerst der Kirchenvorstand mit den Herausforderungen vertraut macht. Dann müsse die Frage der Finanzierung geklärt werden. Der Dekan setzt dabei nicht nur auf Landeskirche, Freistaat und die Stadt, sondern auch auf die Kirchengemeinde und die Bevölkerung.

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