Füssen
Sanierung dauert bis Weihnachten

«Vorsicht - frisch betoniert», ruft ein Bauarbeiter den Stadträten zu, die gerade eine teure Baustelle besichtigen: die Tiefgarage am Kaiser-Maximilian-Platz. Voraussichtlich 2,2 Millionen Euro wird die Sanierung kosten, sagt Ingenieur Hans-Wolf Litsche. Wer dafür aufkommen wird, ist noch offen: «Die Sparkasse klagt jetzt gegen die Architekten», sagt Bürgermeister Paul Iacob. Bis Weihnachten, so Sachverständiger Matthias Weber, sollen nach dem groben Fahrplan alle Arbeiten abgeschlossen sein.

An den Betonböden und den innen liegenden Stahlarmierungen hat im Lauf der Jahre der Chloridfraß genagt (wir berichteten). Nun muss die Tiefgarage aufwendig saniert werden - in Abschnitten, sodass immer die Hälfte der knapp 400 Stellplätze zur Verfügung steht. Bis Mitte/Ende Mai werden das erste und zweite Untergeschoss saniert, während der Tourismussaison wird eine Pause eingelegt. Von Mitte September an bis Weihnachten sind die Arbeiten im dritten Untergeschoss geplant, berichtet Weber.

Um einen «Eindruck zu vermitteln, was gemacht wird», hat Bürgermeister Iacob die Stadträte zu einem Rundgang geladen.

Begleitet werden sie von Diplom-Ingenieur Litsche, dem Geschäftsführer des auf Instandsetzungen spezialisierten Ingenieurbüros «Zimbelmann GmbH» aus Sindelfingen, und von Weber, der das Gutachten über den Zustand der Tiefgarage erstellt hat.

Nachträglich Gefälle einbauen

Inzwischen sind noch mehr Schäden entdeckt worden - «der Handlungsbedarf war sehr groß», sagt Stadtbaumeister Theo Fröchtenicht, während Litsche ganz offen «Konstruktionsfehler» und die «ungewöhnliche Bauweise» anspricht. So müsse man nachträglich ein Gefälle in die Parkdecks einbauen, um das Abfließen des mit Streusalz versetzten Wassers zu ermöglichen. «Unfassbar», sagt nicht nur Bürgermeister Iacob zu den Fehlern.

Allerdings: «Solche Konstruktionsfehler kommen leider sehr häufig vor», sagt der Sachverständige Weber - «ich lebe davon». Wenn die Arbeiten jetzt nicht kurzfristig angelaufen wären, wäre in absehbarer Zeit «die Standsicherheit massiv eingeschränkt» gewesen. Rund 2,2 Millionen Euro wird die Sanierung kosten, erwartet Litsche.

Die Kosten müsste die Stadt zu 75 Prozent übernehmen, die Sparkasse müsste 25 Prozent zuschießen. Doch noch wird versucht, weitere Zahlväter zu finden. Laut Bürgermeister Iacob soll in ein paar Wochen das Verfahren der Sparkasse gegen die Architekten anlaufen. Diese wiederum wollten die damals beauftragten Baufirmen in die Pflicht nehmen.

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