Allgäu
«Sänger wollen echten Wettbewerb»

Nach langer Zeit führt der Chorverband Bayerisch-Schwaben wieder einen Wettbewerb für gemischte Chöre durch. Unsere Zeitung sprach mit dem Präsidenten des Verbandes, Jürgen Schwarz, über das neue Projekt und die Ziele, die der Verband damit verfolgt.

Herr Schwarz, was will der Chorverband mit dem Wettbewerb erreichen?

Schwarz: Seit 16 Jahren hat es keinen Wettbewerb mit strengen Kriterien mehr gegeben, die Frage nach der Leistung der Chöre ist also in den Hintergrund getreten. Im vergangenen Jahr führten wir erstmals wieder ein Wertungssingen durch. Am Ende signalisierten uns viele Sänger, vor allem Jüngere: Wir wollen einen echten Wettbewerb! Ich sehe da eine große Aufbruchsstimmung bei den Chören.

Warum ist solch ein Aufbruch nötig?

Schwarz: Wir haben zwar eine große Vielfalt bei den Chören in Schwaben. Aber eine gesunde Leistungspyramide gibt es nicht. Das wollen wir ändern, indem wir fördern und fordern. Einerseits geschieht das durch Angebote im Bereich der Kinder- und Jugendausbildung sowie durch Kurse und Fortbildungen.

Andererseits eben durch Wettbewerbe, bei denen wir den Anreiz geben, Leistung zu zeigen. Wir haben die Rückmeldung bekommen, dass die Sänger darauf warten. Ist der Wettbewerb eine Konkurrenz zum Kammerchor-Wettbewerb von Dolf Rabus, der ja auch in Marktoberdorf stattfindet?

Schwarz: Nein, überhaupt nicht. Beim Kammerchor-Wettbewerb ist die Weltspitze zu Gast. Von diesem Leuchtturm sind wir weit weg. Unser Ziel ist es, die schwäbischen Laienchöre ein Stück weit in diese Richtung zu führen. Wir orientieren uns also an diesem Leuchtturm.

Der Wettbewerb richtet sich an «junge Chöre». Was heißt das?

Schwarz: Unter «junge Chöre» verstehen wir nicht solche Ensembles, die erst vor kurzem gegründet wurden oder ein niedriges Durchschnittsalter haben. Der Begriff steht für fortschrittlich, leistungswillig, aufgeschlossen, interessiert und richtet sich an Chöre, die ihre Grenzen suchen und mit Begeisterung anspruchsvolle Werke zum Klingen bringen.

Neun Chöre haben sich angemeldet. Ist das nicht ein bisschen wenig?

Schwarz: Beim Wertungssingen 2008 waren 50 Chöre dabei, nun haben sich 20 Prozent davon zum Wettbewerb angemeldet. Ich bin angenehm überrascht, dass es so viele sind.

Der Wettbewerb ist öffentlich. Was erwartet die Zuhörer?

Schwarz: Die ganze Bandbreite des Chorgesangs. Jeder Chor hat drei Stücke vorzutragen. Eines stammt aus dem Bereich Renaissance/Barock/Romantik, eines aus dem 20. oder 21. Jahrhundert, eines muss ein deutsches Volkslied sein. Die Chöre haben also ihre Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen.

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