Weitnau
Sägen und hobeln gegen die besten Schreiner der Welt

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Mit den besten Nachwuchs-Schreinern der Welt wird sich Matthias Eugler bald messen. Der 19-Jährige nimmt im September an der World Skills Berufsweltmeisterschaft für Nachwuchskräfte im kanadischen Calgary teil. Etwa 1000 Teilnehmer aus 50 Ländern werden bei dem Wettbewerb mit von der Partie sein. Eugler hat im vergangenen Jahr seine Ausbildung bei der Schreinerei Beinder in Weitnau abgeschlossen und beim Wettbewerb auf Bundesebene den zweiten Platz erreicht (wir berichteten).

Um sich für die WM zu qualifizieren, musste der Schreiner aus Schönau (Westallgäu) mehrere Hürden nehmen: Bei den Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesmeisterschaften setzte er sich gegen die Besten durch. Dabei ging es stets darum, in einem bestimmten Zeitrahmen ein vorgegebenes Werkstück herzustellen. Das wird auch bei der WM so sein. «Wir müssen an vier Tagen in 22 Arbeitsstunden ein Kästle zusammenbauen», erläutert Eugler. Dieses hat meist Schubladen, Türen und andere Finessen, bei deren Herstellung die jungen Schreiner ihr Können unter Beweis stellen müssen. Damit das auch funktioniert, trainiert er zurzeit einmal monatlich bei Walter Langenmaier in Dinkelscherben. Dieser betreut die jungen Wettbewerbskandidaten schon seit Jahren im Auftrag des Bundes Fachverbandes für Holz. «Ich baue dort unter Wettbewerbsbedingungen die Stücke der letzten Jahre nach», erzählt Eugler.

Vor Publikum geübt

Der Ablauf der Weltmeisterschaft wird ähnlich wie der einer Messe sein. «Die Leute können den Teilnehmern da zusehen», weiß der 19-Jährige. Um sich auch daran zu gewöhnen, hat er jetzt eine Woche lang bei der Linga, einer weltweit führenden Messe zum Thema Holzver- und bearbeitung, vor Publikum gearbeitet.

Fast gar kein Training dagegen hatte der Nachwuchs-Schreiner vor dem Bundesentscheid. Denn eigentlich wollte er nach seiner Lehre für acht Wochen nach Südafrika reisen. Den Flug stornierte Eugler aber, um am Landesentscheid teilzunehmen. Danach ging es schließlich doch auf die wohlverdiente Reise. Als Eugler erfuhr, dass er sich für den bundesweiten Wettbewerb qualifiziert hatte, brach er die Tour ab und flog früher heim. Am Flughafen wartete bereits sein Meister Manfred Beinder auf ihn. Im Gepäck hatte dieser das nötige Werkzeug, so dass es direkt zum Bundesentscheid ging.

Beinder selbst betont, dass er einen so guten Mitarbeiter gerne unterstützt. Er gibt ihm Ratschläge, stellt ihm ein Auto zur Verfügung oder gibt ihm die nötige Zeit zum Üben. Auch ein Taschengeld sei hin und wieder drin.

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